Maike ist wieder in Aktion! Sie nimmt hin und wieder Aufträge von dem Kripobeamten Karsten, ihrem Schwager, entgegen und versucht, diese mithilfe ihrer Freundinnen Caro und Melissa zu erfüllen. Einst Erzieherin, mutierte sie zu einer Detektivin, wie es schlimmer nicht hätte sein können. Wer glaubt, dass dieser Job so einfach ist, hat sich getäuscht, denn ständig lauert das Chaos gleich um die Ecke. So auch in diesem neuen Fall. Schwager Karsten schickt Maike einen Mann ins Büro, der von einem Fremden per SMS bedroht wird. Man plant einen kaltblütigen Mordkomplott an einem Ehemann, der sich weigert, heimischen Grund und Boden zu verkaufen.

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ISBN: 978-9963-53-913-0

Seiten: 203

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Katharina E. Georgi

Katharina Georgi, geboren 1966 in Baden-Württemberg. Seit ihrem dritten Lebensjahr wohnt sie in Fürth im Odenwald. Sie ist ein Odenwälder Mädel und genau so ist ihr auch der Schnabel gewachsen. In Fürth ist sie zur Schule gegangen, lebt und arbeitet dort als Autorin. Seit 2010 schreibt sie an mehreren Büchern, die sie im Laufe der Zeit veröffentlichen möchte. Hauptsächlich schreibt Katharina Krimis mit Humor. So auch ihr jüngster Roman. Binnen kurzer Zeit hatte sie eine Person erschaffen, die einfach nicht mehr wegzudenken war. Maike, eine Möchtegern-Detektivin, Traumtänzerin, Chaotin und einfach treu in dem, was sie tut. Das erste Buch mit der Protagonistin Maike ist fertig, aber es sollen noch einige Fortsetzungen folgen.

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Leseprobe

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Prolog
Der Auftrag

Es war kalt an diesem Morgen im April. Felia ritt mit ihrem Pferd durch die Wälder, hinüber zu den Campingplätzen. Seit Jahren bewirtschafteten sie und ihr Mann Matthias das Anwesen, das mit der Zeit immer weniger Kundschaft verzeichnete. Schon lange drängte sie ihren Mann zum Verkauf, um in wärmere Gefilde zu ziehen, doch Matthias weigerte sich vehement, diesem Verkauf zuzustimmen. Jeden Versuch, mit ihm darüber zu sprechen, schmetterte er bereits im Vorfeld ab.
   Felia war gerade dreißig geworden, Matthias war acht Jahre älter. Kinder gab es nicht in ihrer gemeinsamen Ehe, die sie seit fünf Jahren führten. Was sprach dagegen, hier die Zelte abzubrechen?
   Mit der Zeit hatte Felia aufgegeben, sich aufzuregen, da es jemand Neues in ihrem Leben gab, der alles für sie tun würde. Matthias ahnte nichts davon, dass er sie in die Arme eines anderen trieb, als er unerwartet auf einer geschäftlichen Besprechung unterwegs war und sie wochenlang mit dem Campingbetrieb allein ließ. Sie fühlte sich von ihm im Stich gelassen und benötigte Tage, um das Geschäft am Laufen zu halten. Zum Glück war Franz da. Er war Gast auf dem Campingplatz. Er war hilfsbereit, war immer da, wo sie ihn brauchte, und im Lauf der kurzen Zeit hatten sie sich näher kennengelernt. Er machte gerade eine schwierige Trennung durch, und Felia fühlte sich einsam. Die perfekte Gelegenheit, um sich neu zu orientieren.
   Hinter ihr war das Hufgeklapper zu hören, und ein Strahlen huschte ihr über das Gesicht.
   Franz, er war gekommen.
   Sie stieg von ihrem Pferd und band es mit dem Zügel am Geländer einer der vielen kleinen Hütten fest, die rund um den Campingplatz angelegt waren. Langsam ging sie über den Platz und setzte sich, nah bei einer Feuermulde, auf eine Holzbank und wartete, bis sich Franz ebenfalls zu ihr gesellte.
   Nach einem endlos langen Kuss sah er sie an. »Hast du deinem Mann schon gesagt, dass du ihn verlassen willst?«
   Sie schüttelte langsam den Kopf.
   »Felia, es wird Zeit! Ich liebe dich, und ich möchte nicht jeden Tag auf den Campingplatz reiten müssen, um dich zu treffen.«
   Felia seufzte. »Es ist kompliziert. Wenn ich ihn verlasse, bekomme ich keinen müden Cent von dem, was mir zusteht.«
   Franz zog sie zu sich in seine Arme. »Denk an unseren Traum, an das Hotel. Es steht zum Verkauf, beste Lage am Meer, wir sollten nicht länger warten.«
   »Ich weiß, es ist unser Traum. Wenn Matthias nur mitziehen und endlich dem Verkauf unseres Besitzes zustimmen würde. Ich stelle mir das so schön vor, in Spanien mit dir. Matthias könnte dich einstellen, und wir zwei wären jeden Tag zusammen, ohne diese ständigen Heimlichkeiten.« Felia seufzte und legte ihren Kopf an seine Schulter.
   »Du Träumerchen.« Liebevoll nahm Franz ihren Kopf in die Hände und küsste sie sanft.
   »Ich möchte mit dir alt werden, was ist daran so schlimm?«, fragte sie traurig.
   »Nichts!« Franz sah in die Ferne, und auf einmal erhellte sich sein Gesicht. »Was, wenn Matthias nicht …?« Er stoppte mitten im Satz und sah sie an.
   »Wenn er was nicht?«, fragte sie neugierig.
   »Nichts!« Franz schüttelte den Kopf.
   »Was meinst du mit: wenn er nicht?« Nun sah Felia ihn erwartungsvoll an.
   »Wenn er …, ich meine, wenn er vor dir sterben sollte?«
   Nachdenklich blickte sie auf ihre Hände. »Dann bekomme ich alles, das ganze Land, alles, was wir besitzen.«
   »Was ziemlich viel wäre. Dem Verkauf würde dann nichts mehr im Wege stehen«, murmelte er ihr sanft ins Ohr.
   Felia nickte. »Ja, es wäre viel, und wir könnten uns einiges mehr zusammen leisten, da es eine Lebensversicherung gibt. Wir haben uns gegenseitig als Begünstigte eintragen lassen. Das weiß aber keiner, und das sollte unter uns bleiben.«
   »Klingt doch großartig!« Franz lachte auf. »So können wir uns das Hotel sicher doppelt leisten.«
   Sie besah sich nachdenklich ihre Schuhspitzen. »Aber dazu müsste er bald abtreten, und da er kerngesund ist, wird das nicht so schnell geschehen. Es sei denn …« Felia sah Franz mit großen Augen an, erschrocken darüber, was sie soeben für einen gemeinen Gedanken hegte.
   »… Matthias hätte einen Unfall, der nicht gut für ihn ausgeht?«, beendete er fragend ihren Satz.
   Felia sah ihn mit offenem Mund an und nickte.
   Franz drückte zärtlich ihre Hand. »Solange es wie ein Unfall aussieht und du nicht damit in Verbindung gebracht werden kannst …«, beruhigte er sie.
   »Kennst du einen, der sich so was zutraut? Ich meine, wir reden hier doch von … Mord?«
   »Auftragsmord! Ja, davon reden wir.« Ein Grinsen huschte über sein Gesicht.
   »Du spinnst doch, das wird nie gut gehen. Außerdem kenne ich keinen, der so etwas tut. Wie geht das überhaupt? Vergiften, erwürgen, bei einem Überfall als Geisel den Löffel abgeben, oder ein böser Autounfall, erschießen, erstechen?« Nervös knetete sie sich ihre Hände und blickte Franz fragend an.
   »Pscht, Felia, beruhige dich. Wir überlegen doch erst einmal.« Er drückte sie sanft an sich. »Es war doch nur so ein Gedanke.«

Rückblick

Ich hieß Maike Stein, war ein Frankfurter Mädel und arbeitete, seit ich meinen Job als Erzieherin aufgegeben hatte, als Privatermittlerin, zusammen mit meinen beiden Freundinnen Caro und Melissa in meinem eigenen, kleinen Unternehmen.
   Mit meinen neunundzwanzig Lebensjahren hatte ich bereits das eine oder andere Erlebnis mit bösen Jungs gehabt, das mich und meinen Mann Mark, beinahe das Leben gekostet hätte. Aber wie sagte meine Mutter früher im Spaß? Du hast mehr Glück als Verstand, und wenn dich mal einer heiraten sollte, schlage ich drei Kreuze und hoffe innig, dass derjenige starke Nerven hat, denn wenn nicht, tut er mir jetzt schon leid.
   Ja, mein Gott! Ich war eben noch nie ein langweiliges Kind, und ja, das eine oder andere graue Haar, hatte meine Mum auch mir zu verdanken, das gab ich zu. Ich war mit meinem Bruder Tim auf dem Land groß geworden, da blieb es nicht aus, dass man mal mit einem Nagel im Fuß oder verstauchten Gliedern nach Hause kam. Sonst war ich immer anständig, folglich musste Mark meiner Mum nicht leidtun. Im Gegenteil, er war genauso schräg drauf wie ich, sonst hätte ich es nie vor sechs Monaten bis zum Altar geschafft.
   Allerdings bevor es dazu kam, löste ich wegen meiner Eifersucht noch ein mächtiges Chaos aus. Woher sollte ich auch wissen, dass Mark bis ins kleinste Detail dabei war, heimlich unsere Hochzeit zu planen, um mich zu überraschen. Für mich wäre es besser gewesen, er hätte mich von Anfang an in seine Pläne miteinbezogen. Ich war der festen Überzeugung, er wollte mich verlassen, weil er nie zu Hause war und die Kinder ständig zu seinen Eltern schleifte.
   Sogar Melissa misstraute ihm und fing an, ihn hinter meinen Rücken zu beschatten. Fatalerweise vermittelte sie mir die falschen Nachrichten, und ich begab mich deswegen in die peinlichste Lage aller Zeiten. Ich machte mich zum Deppen, als ich in die vermeintlich geglaubte Wohnung einer …, einer vermuteten »Freund-Wegschnapperin« gestürmt und ein klein wenig ausgerastet bin.
   Gut! Ich wusste nichts davon, dass man hinter meinem Rücken etwas Schönes plante. Nichts davon, dass diese Frau, eine sehr beliebte Hochzeitsplanerin und beste Freundin von Marks Mutter ist. Noch dazu hatte ich mit einem Fall zu kämpfen, der meine ganze Aufmerksamkeit erforderte und mich fast die Freundschaft meines Schwagers Karsten gekostet hätte. Aber es wandte sich alles zum Guten. Für mich jedenfalls. Melissa hatte es da wohl ein wenig schwerer, wieder mit Karsten ins Reine zu kommen. Ihre Aktion, Mark zu beschatten, nahm er ihr bis heute übel. Doch das würde sich wieder geben. Wie gesagt, wir hatten vor der Hochzeit turbulente Momente.
   Und nun saß ich hier, im Park, bei einem Geburtstags-Picknick unserer Kinder und genoss den Tag. Das hieß, ich saß nicht allein hier. Wir, also fast meine gesamte Familie, waren anwesend. Die Zwillinge Josef und Shiva. Die beiden Patentanten Caro und Melissa. Mein Schwager Karsten nebst Frau Tamara, meine Mutter, mein Stiefvater Georg und mein Mann Mark waren dabei und gaben sich Mühe, nicht die Nerven zu verlieren. Ich musste zugeben, dass es unter Umständen überaus stressig werden konnte, mit Vierjährigen, die alles versuchten, um an den Rumbecher meiner Schwägerin Tamara zu kommen. Mein Stiefvater wollte ja nicht hören, als ich zu ihm sagte: »Nur Vanilleeis, und zwar für alle!«
   Schade, dass mein Bruder Tim nicht bei uns sein konnte. Er und seine Freundin Nicole waren gerade beschäftigt, denn ich hatte eine Nachricht auf meinem Handy als Geburtstagsgruß an meine Kinder, die lautete: Ihr werdet bald eine Cousine bekommen.
   Yippie, ich werde Tante!
   Ich könnte ewig hier hocken und zusehen, wie meine Kids den Erwachsenen zeigten, was Sache war. Auch wenn morgen wieder der Alltag begann, freute ich mich darauf und ich war mir sicher, der Trubel stand jetzt schon Schlange vor unserem Büro.
   Ich war froh, Mark und meine Kinder an meiner Seite zu haben, und das allein zählte …

Die Sache mit den SMS-Drohungen

ie Tür sprang auf, ein junger Mann kam mit strammen Schritten in unser Büro gestiefelt und lief geradewegs auf Melissa zu, die hinter ihrem Schreibtisch saß und ihn neugierig beobachtete. Er wirkte irgendwie nervös, denn er fasste sich ständig an die Nase. Dabei sah er sich im Raum um, als würde er etwas Bestimmtes suchen.
   »Was liegt an?«, begrüßte Melissa den jungen Mann freundlich. Sie warf ihr Haar kokett nach hinten und strahlte ihn mit ihren blauen Augen an.
   »Ich brauche eure Hilfe«, raunte er heiser.
   »Wer braucht die nicht, wenn er zu uns kommt«, meinte sie beruhigend und grinste.
   Mit dieser Antwort hatte er nicht gerechnet, denn er starrte Melissa einen Augenblick ungläubig mit offenem Mund an. »Ich war bereits bei der Polizei, die konnten mir nicht helfen und schickten mich zu euch.«
   »Name und Anliegen. Dringend oder nicht so dringend?«, fragte Melissa geschäftig, zückte ein Blatt Papier und blickte ihn aufmerksam an.
   Er drehte sich zu mir und Caro in den Raum um. »Dringend! Ich werde bedroht, und ich weiß nicht, von wem. Ich bin Ingolf Malsch.«
   Ingolf war so um die dreißig Jahre alt, circa 1,70 Meter groß, schlank, schwarze kurze Haare. Er hatte stahlgraue Augen und sah in seiner Jeans und dem schwarzen T-Shirt sehr sportlich aus. Er blickte zwischen uns hin und her und schien zu überlegen. Melissa kritzelte ungeduldig auf dem Papier herum und wartete auf seine Antwort. Caro las in ihrer Akte und nahm Ingolf kaum zur Kenntnis. Nicht so Ingolf, denn sein Blick hing fest an ihr. Ich räusperte mich, Melissa kicherte, und Caro bekam rote Wangen, als sie merkte, dass er sie fast mit seinen Blicken auszog.
   »Wer von euch ist Maike?«
   Caro deutete, ohne ein Wort zu sagen, auf mich. Ebenso Melissa.
   »Ah, gut!«
   Ingolf wandte sich mir zu, zog einen Stuhl an meinen Schreibtisch heran und setzte sich mir gegenüber.
   Melissa fiel die Kinnlade runter.
   »Ähm, hallo?«, sagte sie zaghaft. »Wollten Sie mir nicht gerade erzählen, was Sie auf dem Herzen haben?«
   Er schüttelte den Kopf. »Ich soll ausschließlich nur mit Maike reden.«
   »Sagt wer?«, fragten wir gleichzeitig.
   »Karsten?« Ingolf sah mich fragend an, als müsste ich es wissen. »Ich glaube, sein Name war Karsten. Und ich soll von ihm ausrichten, Melissa auf keinen Fall mit ins Boot zu nehmen. Maike wüsste weshalb.«
   »Grrr!«, kam es leicht verärgert aus Melissas Richtung, und ich musste ein Grinsen unterdrücken.
   Karsten war tatsächlich noch sauer auf sie, weil sie meinen damals Noch-nicht-Ehemann Mark beschattet und somit ein größeres Chaos verursacht hatte, das beinahe nicht mehr zu kitten gewesen wäre.
   Nun gut, demnach musste ich da allein durch. Caro kümmerte sich viel um ihr eigenes Geschäft. Sie war im Grunde genommen nur in den äußersten Notfällen mit von der Partie. Melissa war meine Partnerin im Detektivbüro, für das wir immer noch keinen passenden Namen gefunden hatten.
   Wir nannten es: ‚Wir helfen, wo es klemmt‘, oder manchmal: ‚Büro für private Angelegenheiten.‘
   Melissa war für die erste Variante der Namensgebung, ich für die Zweite, aber so richtig klangen beide nicht besonders toll. Den Leuten war es egal, sie kamen und suchten bei uns Hilfe, um ihre Probleme aus der Welt zu schaffen. In manchen Fällen, wenn es gut lief, bekamen wir sogar kleinere Aufträge von Karsten, die uns oftmals eine fette Belohnung einbrachten.
   »Dürfte ich erfahren, warum Karsten mich dies ausrichten ließ?«, fragte Ingolf in Melissas Richtung.
   »Nein!«, sagte sie ein wenig angesäuert und stand auf. Sie packte ihre Handtasche. »Da ich heute hier nicht gebraucht werde, kümmere ich mich um unseren nächsten Kunden.«
   »Okay«, sagte ich gelassen mit Blick auf Melissa. Ich wollte keine Diskussion entfachen. Mir war klar, dass es keinen anderen Kunden bis zu diesem Zeitpunkt gab und dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit shoppen ging.
   Ich winkte ihr unauffällig zu, und Melissa zog eine enttäuschte Schnute, weil ich sie einfach ziehen ließ.
   Ihr Blick fiel auf Caro, die ihre Nase im Ordner versteckte, und etwas brummelte, das sich anhörte wie »Fahr niemanden mit dem Einkaufswagen über den Haufen«.
   Melissa rauschte aus dem Raum, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Caro grinste mich an, und ich grinste zurück. Dann wandte ich mich Ingolf zu, der mich neugierig ansah, als wollte er fragen: »Läuft das hier immer so?«
   »Nun, Ingolf. Was kann ich für Sie tun?«
   »Du.« Ingolf lächelte.
   »Wie bitte?« Etwas irritiert sah ich ihn an, und seine grauen Augen leuchteten schelmisch.
   »Bitte, Du. Ich bin der Ingolf, ich habe ein ernsthaftes Problem, und das Wörtchen Du gibst mir mehr Vertrauen darin, dass ich nicht wie eine Nummer behandelt werde.«
   Ähm, ja.
   »Okay, Ingolf. Was kann ich für dich tun?«
   »Man droht mir per SMS! Kann ich einen Kaffee haben, oder so was?« Er blickte Caro an, als wäre sie die Kellnerin. »Schwarz, ohne Zucker«, sagte er fordernd zu ihr, als sie ihn ansah.
   Caro blickte mich an, und ich nickte ihr zu. Sie warf ihren Ordner seufzend auf den Tisch und verließ den Raum. Als mein Blick auf Ingolf fiel, war ich erleichtert, denn er zeigte keine Reaktion darauf.
   »Also, Ingolf, man droht dir per SMS?«, fing ich das Gespräch aufs Neue an.
   Er zückte sein Mobiltelefon, tippte darauf herum und hielt es mir anschließend vor die Nase.
   »Lass dich hier nie mehr blicken, ich meine es ernst. Du Blödmann«, las ich die Worte, die auf dem Display zu lesen waren. Ich sah auf, zog die Augenbraue hoch und blickte in ein ernstes und fast ängstlich wirkendes Gesicht.
   »Erst dachte ich, das ist eine fehlgeleitete SMS«, sagte Ingolf, »denn ich war nur im Straßencafé. Ich dachte mir nichts dabei, da keine Nummer des Absenders angezeigt wurde. Ergo ging ich, ohne darüber weiterhin nur einen Gedanken daran zu verschwenden, auch das nächste Mal wieder hin. Kaum saß ich, summte auch schon mein Handy!«
   Caro kam mit einer dampfenden Tasse Kaffee zurück, stellte diese auf den Schreibtisch vor Ingolf ab. »Macht zwei Euro fünfzig.«
   »Wie bitte?« Ingolf sah sie irritiert an.
   »Caro macht nur einen Scherz!« Ich lächelte gequält.
   Caro lächelte Ingolf zuckersüß an und nickte.
   »Ich liebe Frauen mit Humor«, Ingolf lachte, »hier fühle ich mich richtig aufgehoben.«
   Ingolf folgte Caro mit seinen Blicken bis hin zu ihrem Schreibtisch, dann forderte er mich auf, zur nächsten SMS weiterzuklicken. Die Nachricht lautete: Ingolf! Ich hatte dich gewarnt! Du bist echt ein totaler Blödmann!
   »Eindeutig dein Name«, sagte ich nachdenklich mit Blick auf das Display, um ihn von Caro abzulenken, die sich gerade schwungvoll auf ihren Bürosessel fallen ließ. Er sollte nicht denken, dass wir hier alle so unfreundlich reagierten. Ich konnte mir auch nicht erklären, warum die beiden heute so schlechte Laune hatten.
   »Ich habe versucht, das alles nicht so ernst zu nehmen. Aber als ich später zurück zu meinem Auto ging, sah ich, dass man mir alle vier Reifen platt gestochen hatte.« Er nahm sein Handy entgegen und wischte sich über die Nase.
   Caro schaute erschrocken über ihren Hefter.
   »Wann hat das alles angefangen?«, meinte ich neugierig.
   »Angefangen hat alles vor drei Wochen, als ich mir ein neues Mobiltelefon zulegte, und ich habe keine Ahnung, wer mich da bedroht. Ich weiß nur, dass man mich beobachtet.« Er beugte sich, während er sprach, näher zu mir über die Schreibtischplatte und flüsterte fast dabei.
   »Woher?« Neugierig sah ich ihn an und sprach ebenfalls leiser.
   Dies wiederum erweckte die Neugier von Caro, die erneut über ihren Ordner linste. Als sie merkte, dass ich sie beobachtete, versank sie wieder dahinter.
   »Ich ging nicht mehr in dieses Straßencafé, sondern in ein anderes. Eins, das noch nicht mal in der Nähe des Cafés in der Fußgängerzone liegt. Und kaum hatte ich das Café verlassen, kam das!«
   Ingolf klickte auf dem Handy herum und zeigte es mir erneut.
   Wie war’s im Café? Blödmann!
   »Holla!« Erstaunt schreckte ich in meinem Bürostuhl zurück.
   »Und?« Ingolf sah mich erwartungsvoll an, als hätte ich bereits die Lösung für sein Problem gefunden.
   »Und was?«, hakte ich nach.
   »Bekomme ich eure Hilfe? Ich zahle bar, wenn ihr den Schreiber findet.« Geschäftig deutete er zwischen mir und Caro hin und her.
   »Tu es«, rief Caro hinter ihrer Akte hervor.
   Ingolf schoss zu ihr herum. »Hör’ auf sie«, sagte er und wandte sich wieder mir zu.
   »Wir werden unser Bestes tun«, meinte ich. »Hast du einen Verdacht, wer dir diese SMS geschrieben haben könnte?«
   Ingolf sah mich fragend und etwas irritiert zugleich an. Also begann ich aufzuzählen, um ihm auf die Sprünge zu helfen. »Eine Freundin, die du verlassen hast. Einen Freund, den du verärgert hast, Arbeitskollegen, die dich mobben könnten?«
   Ingolf schüttelte nachdenklich seinen Kopf. »Nein, ich komme mit meinen Freunden und mit meinen Kollegen gut klar. Und eine Freundin, wenn ich eine feste hätte, würde dies nie tun. Denn ich wäre ja sonst mit ihr zum Café gegangen.« Ingolf warf bei diesen Worten einen prüfenden Blick zu Caro. »Ich wohne, seit mein älterer Bruder vor knapp fünf Jahren heiratete, wieder hier. Ich bin hier zur Schule gegangen und war beruflich gezwungen, Wohnorte zu wechseln, aber ganz ehrlich, so etwas wie das hier ist mir noch nie passiert.«
   Okay. So kamen wir also nicht weiter. Nachdenklich sah ich ihn an. »Wenn sich wieder so eine Nachricht bei dir einfinden sollte, melde dich. Ich denke, wir lassen uns etwas einfallen, diesen Unbekannten so lange zu beschäftigen, bis dieser sich zu erkennen gibt.«
   Ingolf und ich tauschten noch unsere Visitenkarten aus, und als er seinen Kaffee ausgetrunken hatte, verabschiedete er sich.
   Kaum war er aus der Tür, donnerte Caro ihre Akte auf den Tisch und sah mich streng an. »Maike, ich habe dich echt lieb, aber ich bin nicht die Kellnerin eurer Kunden. Ich habe mit meiner Lernerei hier schwer was aufzuholen. Und drück’ mir die Daumen, dass ich die anstehende Prüfung schaffe. Weiß du, Makler kann sich jeder nennen. Ich will aber diesen Qualitätsstempel!«
   »Hä?« Verdattert blickte ich sie an.
   »Die Befähigungsprüfung zur Immobilienmaklerin. Wovon rede ich eigentlich die ganze Zeit über?« Gestresst seufzte sie und steckte ihre Nase wieder in ihre Akte.
   Jaja, die Prüfung. Wie konnte ich das nur vergessen?

Wer folgt mir denn da?

Der Tag war lang, und es hatte den Anschein, dass ich ausgerechnet dann durch den Verkehr musste, wenn alle es taten. Nach wenigen Metern stand ich im Stau.
   Fünf Wagen weiter vorn konnte ich sehen, was die Ursache dafür war. Radfahrer gegen Autofahrer. Zum Glück war dem Radfahrer nichts passiert, denn dieser diskutierte lautstark mit dem Fahrer des Wagens, mit dem er kollidierte, wer nun Schuld an diesem Unfall trug.
   Ich trommelte mit ungeduldigen Fingern auf dem Lenkrad herum und wurde immer nervöser. Zum einen musste ich, seit ich vom Büro wegfuhr, auf die Toilette. Zum anderen hatte ich das komische Gefühl, verfolgt zu werden.
   Musste diese Diskussion denn hier mitten auf der Straße sein? Ich wollte das schon laut aussprechen und hatte bereits das Fenster heruntergekurbelt, doch der Fahrer vor mir hatte den gleichen Gedanken und war schneller.
   Er blökte wie ein wild gewordener Pavian in die Richtung der Streithähne.
   Ich grinste und war heilfroh, dass ich diesen Part nicht übernehmen musste, denn der Radfahrer schnappte sich seinen Drahtesel, zeigte einen Vogel gen Pavian und verließ mit den Worten »Ihr bescheuerten Autofahrer habt doch alle einen an der Waffel!« den Unfallort.
   Offensichtlich war alles geklärt, denn auch der Autofahrer, der am Unfall beteiligt war, stieg in seinen Wagen und fuhr davon.
   Mein Blick fiel auf ein Auto, das neben mir langsam im sich auflösenden Stau vorbeirollte.
   Der Fahrer war allein im Wagen, sah mich an und grinste komisch. Dann fuhr er sich mit der Handkante über seinen Hals, als wollte er ihn durchtrennen, nickte langsam mit dem Kopf zur Bestätigung in meine Richtung und gab Gas.
   Ich glotzte blöd hinterher. Hatte der mich gerade gemeint? Den Blödmann in seinem blauen Sportwagen musste ich mir merken.
   »Das Nummernschild hätte ich mir merken sollen«, schimpfte ich, während ich beobachtete, wie der Wagen wenige Meter vor mir in die Straßenkreuzung abbog.
   Ein Hupen hinter mir ließ mich meine Gedanken wieder auf den Verkehr richten.
   »Das Gaspedal ist rechts außen Mädel!«, hörte ich es von hinten brüllen.
   Mein Mittelfinger war schneller als mein Anstand, dann kurbelte ich mein Fenster hoch und fuhr mit einem zufriedenen Grinsen los.

Mein Zuhause war meine Festung, meine Burg und mein Paradies. Das konnte man auch nicht durch die ständige Unordnung, die bei uns im Wohnzimmer und Badezimmer zum Dauerzustand geworden war, trüben. Mark und die Kinder waren unterwegs, meine Mutter im Kurzurlaub, was schwer zu übersehen war, da sich die Schmutzwäsche schneller vermehrte als ein Stall voller Meerschweinchen. Ich konnte tun, was ich wollte, ich kam nicht hinterher mit der Hausarbeit.
   Ich schob die Socken und Shirts zur Seite, die aus dem übervollen Wäschekorb quollen, warf meine eigenen Klamotten dazu und legte mich in das knisternde Schaumbad. Ich hatte früh genug gelernt, ein freies Bad auszunutzen, wann immer es mir möglich war. Wenn alle unterwegs waren, war dies eben nun mal die einzige Gelegenheit, warmes Wasser abzugreifen, ungestört im Schaum zu liegen und über einen neuen Auftrag nachzudenken. So auch über Ingolfs. Was würde mir dieser Auftrag an Überraschungen bieten?
   Ich musste zusehen, wie ich Ingolf helfen konnte. Caro hatte keine Zeit wegen der bevorstehenden Prüfung. Melissa durfte von Karsten keine Aufträge mehr erledigen, und das brachte nicht nur sie zum Kochen. Einen Plan hatte ich nicht.
   Ich musste mehr über Ingolf erfahren, mehr sein Umfeld in Augenschein nehmen. Ingolf war ein netter Typ, und es war schwer für mich, zu glauben, dass er Feinde haben könnte. Ich tippte mehr auf einen Streich, ein sehr dummer und böser Streich zwar, aber Schlimmeres als diese SMS oder den vier platten Reifen glaubte ich, würde ihm nicht passieren.
   Das Beste würde sein, ich schlug Ingolf vor, seine Nummer zu wechseln und vorerst keinen darüber zu informieren. Ich schloss die Augen und hing meinen Gedanken nach. Der Typ im blauen Sportwagen ging mir ebenfalls nicht mehr aus dem Kopf.
   Langsam wurde das Wasser kalt, und ich stieg aus der Wanne, wickelte mich in mein Badetuch und schlurfte hinüber zu meinem Telefon.
   Aus meiner Jackentasche zog ich die Visitenkarte, die Ingolf mir gab, und wählte seine Nummer.
   »Ingolf, Maike hier!«
   »Wer?«, röhrte es aus dem Hörer.
   »Maike Stein, Büro für …«, für was eigentlich, fuhr es mir durch den Kopf, »… für alle Probleme im Alltag«, stotterte ich die Worte hervor. Mann, es wurde Zeit für einen Firmennamen.
   »Ah! Maike. Ja. Was gibt’s?«, fragte Ingolf, und ich fand, dass er nicht so ganz bei der Sache war. Hinter ihm kicherte es leise.
   »Störe ich gerade?«
   »Nein, warum?«, polterten mir die Worte entgegen. Er hörte sich an, als hätte er gerade einen Marathon hinter sich.
   »Ingolf, ich habe eine Idee. Ich habe mir gedacht, du solltest zu allererst deine Telefonnummer wechseln, dann hast du Ruhe vor dem unbekannten Schreiber.«
   Mehr hast du nicht drauf? Eine echt blöde Idee, kicherte es neben mir. Oh, oh, das Engelchen war wieder da.
   Ich wusste, wenn einer von meinen beiden Nervensägen auftauchte, würde es bald rundgehen.
   »Gute Idee, ich werde gleich nachher zum Mediencenter gehen.« Ingolf legte auf und das Gespräch war schneller beendet, als ich mir die Schuhe zubinden konnte.
   Ich hoffte, seine Freundin war jetzt nicht sauer auf mich, denn er war eindeutig nicht allein.
   Breit grinsend legte ich das Telefon zurück auf die Kommode und schlurfte in die Küche. Jetzt galt es, erst einmal etwas Essbares für meine Familie zu zaubern.

Mark und die Kinder kamen im selben Augenblick herein, als ich in der Küche das Abendessen fertig hatte. Mark gab mir ein Küsschen und ich sah ihm an, dass er verärgert war.
   »Was ist los?«
   »Ach, die Leute heutzutage fahren wie die Bekloppten. Mir ist so ein Kerl bis fast vor die Haustür gefolgt. Und als ich mich fragte, ob er mich wirklich verfolgt, hat er mich überholt und ist wie ein Irrer davongerauscht.«
   Ich horchte auf und drehte mich mit der Platte voller Brote zu Mark um. »Was war das für ein Auto?«
   »Irgendein Sportwagen!«
   »War der zufällig blau?«
   »Ja.«
   Mark sah mich komisch an, nahm mir die Platte aus der Hand und stellte diese auf die Frühstückstheke, ohne mich aus den Augen zu lassen. »Kennst du den Fahrer?«
   »Nö.«
   »Weshalb fragst du dann nach der Farbe?«
   »Nur so, der ist mir auch schon aufgefallen.«
   »Aha!«
   Dieses ‚Aha‘ kannte ich. Es war eins von diesen ‚Was- verheimlichst-du-mir‘-Ahas. »Wie aha?«
   Mark legte seinen Kopf schief, hob eine Augenbraue und räusperte sich. »Müsste ich da etwas wissen, Frau?«
   »Nö!«
   Marks Blick sprach Bände, doch mehr hatte ich nicht zu dem Thema zu sagen. Selbst wenn ich gewollt hätte, wäre es schwer geworden, sich in Ruhe zu unterhalten, denn unsere Kinder stürzten sich gerade mit laut brüllendem Indianergeschrei auf das Abendessen.

Matthias Burg

»Kann ich hereinkommen?«, vernahm ich eine ruhige Stimme, die mich aus meinen Gedanken holte. Es war Samstagmorgen, und wir waren gerade mitten in einer Diskussion, wie wir unsere nächste wichtige Anschaffung für unsere Detektei bezahlen konnten. Eine neue Kücheneinrichtung musste her, da die Schränke ihre Mühe hatten, die Türen überhaupt noch in den Scharnieren zu halten.
   Ein Mann mittleren Alters, braunem kurzen Haar und sportlich gekleidet, trat zaghaft zu uns ins Büro. Er lächelte. »Mein Name ist Matthias Burg, und ich werde bedroht.«
   Melissa sah mich an. »Das wird offenbar eben zur Mode!«
   »Wie bitte?«, fragte Matthias.
   Ich winkte ab, sah Melissa warnend an und bat Matthias Burg, sich zu setzen. »Hören Sie nicht auf meine Kollegin, sie hört diese Worte ständig, wenn einer zu uns ins Büro kommt. Dafür sind wir ja da, um Schlimmeres zu verhindern. Sie wird Ihnen erst einmal einen Kaffee bringen.« Ich sah Melissa auffordernd an, da Caro ja nicht mehr dafür zuständig sein wollte, solange sie die Prüfung vor der Nase hatte.
   »Wird sie das?«, flüsterte Melissa zu Caro hinüber.
   Caro nickte ihr zu. Ich ignorierte diese blöde Bemerkung mit einem Augenverdrehen.
   Unsicher sah Matthias Burg zwischen mir und Melissa hin und her. Doch dann stand sie auf, lief zum Kaffeeautomaten und Matthias setzte sich auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch.
   »Um welche Art von Bedrohung handelt es sich? Erpressung? Ein Stalker? Verfolgt man Sie?«
   »Mord«, sagte Matthias wie aus der Pistole geschossen, und ich war erstaunt, wie ruhig er dabei blieb.
   »Mord! Um Himmels willen, da müssen Sie zur Polizei gehen«, rief Melissa hinter uns entsetzt.
   Sie war gerade wieder zu uns in den Raum gekommen. Ein Glück, dass sie die Tasse Kaffee nicht hatte fallen lassen.
   Selbst Caro entglitt ihre Heft-Akte aus der Hand und atmete hörbar geschockt ein. Auch mir fiel praktisch die Kinnlade auf den Tisch, denn wegen einer Morddrohung war noch nie einer zu uns gekommen.
   Melissa aber hatte sich schnell wieder gefasst. Ruhig stellte sie den Kaffee auf den Tisch vor Matthias ab und sah ihn intensiv an. Dann schüttelte sie langsam den Kopf. »Alles wird gut, ich kann das fühlen.«
   »Was meinen Sie?«, fragte er.
   »Nichts!« Melissa winkte lächelnd ab.
   Offenbar war meiner Freundin aufgefallen, dass sie laut gedacht hatte.
   Verwirrt sah Matthias uns an.
   »Sie hat manchmal Visionen«, sagte ich gelassen, um alles nicht noch unnötig aufzubauschen.
   »Na, dann bin ich ja beruhigt«, erwiderte Matthias in einem sarkastischen Unterton und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück.
   »Erzählen Sie doch bitte, wie Sie auf diese Erkenntnis kommen, dass jemand Sie ermorden will«, fuhr ich freundlich fort, nicht ohne einen strengen Blick auf Melissa abzufeuern, die immer noch neben uns am Tisch stand, und mich abwartend ansah, als wollte sie sagen: »Karsten hat nichts ausrichten lassen. Ich bin auf jeden Fall mit dabei, wenn du diesen Auftrag annimmst«.
   Während Matthias an seinem Kaffee nippte, nickte ich Melissa zu. Langsam drehte sie sich um und setzte sich wortlos an ihren Schreibtisch zurück.
   Matthias sah mich an, räusperte sich, stellte die Tasse zurück auf den Tisch, und fing an zu erzählen. »Es will mich nicht irgendwer umbringen, sondern meine Frau.«
   »Nicht Ihr Ernst!«, schoss die Antwort aus Melissa heraus, noch bevor ich eingeatmet hatte, um Matthias selbst diese Frage zu stellen.
   »Mein voller Ernst«, meinte er, zuckte enttäuscht mit den Schultern. »Ich betreibe einen Abenteuer-Campingplatz. Meine Frau ist acht Jahre jünger und hat in der letzten Zeit andere Ansichten als ich, was das Geschäftsleben und, wie ich vermuten darf, auch das treue Eheleben angeht. Sie will, dass wir unseren Grundbesitz verkaufen, um mit dem Erlös in Spanien ein kleines Hotel am Strand zu erwerben. Ich habe generell nichts gegen eine Veräußerung, aber ich weiß, dass sie eine Affäre mit …«, Matthias stockte, als müsste er überlegen, »… mit einem unserer ehemaligen Gäste hat. Sie denkt, ich wüsste das nicht. Mehr möchte ich dazu aber nicht sagen. Ich sage nur, seit ich den Verkauf ablehnte, geschehen seltsame Dinge um mich herum.«
   Matthias machte eine Pause und nippte an seinem Kaffee. Keine von uns Mädels wagte es, ihm nur eine Zwischenfrage zu stellen. Wir warteten gespannt, auf das, was er uns gleich erzählen würde.
   »Das geht jetzt seit drei Wochen so. Je länger ich mir Zeit lasse, eine Entscheidung zu treffen, umso ruhiger wird meine Felia. Sie nörgelt nicht mehr!«
   »Was hat das mit Ihrer Befürchtung zu tun, man wolle Sie töten?«, fragte ich nach.
   »Hm?« Matthias sah mich aufmerksam an. »Ich bin mir sicher, … Nein, ich weiß, dass sie einen Auftragskiller auf mich angesetzt hat.«
   »Wie bitte?«, entfuhr es mir entsetzt.
   Auch hinter Matthias keuchte es erschrocken aus zwei Richtungen auf.
   Matthias nickte. »Ich habe ihn auf frischer Tat ertappt. Er machte sich gerade an den Bremsen meines Autos zu schaffen. Ich hörte verdächtige Geräusche und wollte im Hof nach dem Rechten schauen. Da sah ich ihn. Besser gesagt, ich sah zuerst seine Beine, denn er lag unter meinem Auto und man konnte hören, dass er da eifrig arbeitete. Ich schlich mich an ihn ran, packte seine Füße und zog ihn unter dem Wagen hervor. Bevor er reagieren konnte, stemmte ich ihm bereits meinen Fuß in seine Nüsse!« Matthias grinste breit. »Er war geständig wie ein altes Waschweib. Ich habe ihm gedroht, falls er sich noch einmal getrauen sollte, auch nur ansatzweise in meine Nähe zu kommen, werde ich ihm zeigen, was ich draufhabe. Der Kerl war nicht älter als zwanzig. Weiß der Geier, woher Felia ihn auftrieb!«
   Ich muss zugeben, es dauerte einen Moment, bis ich meine Sprache wiederfand, denn ich hätte nicht erwartet, dass er seinen Killer bereits so eingeschüchtert hatte, dass dieser das Weite suchte. Ganz besonders schlau schien Matthias’ Frau nun nicht gerade zu sein. Ich sah mein Gegenüber interessiert an. »Hatte der Kerl zugegeben, dass Ihre Frau es war, die ihm den Auftrag erteilte?«
   Matthias nickte. »Ich sagte ja bereits, er war geständig wie ein altes Waschweib.«
   »Sollten Sie nicht lieber doch in Erwägung ziehen, zur Polizei zu gehen? Jetzt, da Sie ja bereits wissen, dass Ihre Frau dahintersteckt? Weiß sie, dass Sie es bereits wissen?«
   Er schüttelte den Kopf und grinste schelmisch. »Nein, sie weiß es nicht, und nun lasse ich sie im Glauben, ihr Killer sei mir noch auf den Fersen. Das hält sie eine Weile von mir fern, und ich kann alles beobachten, was sie so treibt. Dabei kann ich meine eigenen Pläne für die Zukunft schmieden.« Matthias sah mich nachdenklich an, als wollte er noch etwas Wichtiges loswerden.
   »Was sind das für Pläne?«, fragte ich neugierig, doch er schüttelte den Kopf.
   »Ist noch nicht ganz spruchreif.«
   Sein schiefes Lächeln, das er mir zeigte, ließ etwas in mir aufhorchen, doch so ganz wusste ich nicht, was es war, das mir das Gefühl gab, vorsichtig an die Sache ranzugehen.
   »Ich will, dass sie glaubt, sie könne das durchziehen.« Matthias beugte sich vor, und sah mich schelmisch an. »Ich beauftrage derweilen Ihr Büro, um auf mich aufzupassen.«
   Ich ignorierte das leichte Flattern in meiner Magengegend und schluckte. »Ich bin kein Bodyguard.«
   Melissa räusperte sich.
   Beide sahen wir zu ihr, um zu hören, was sie zu sagen hatte.
   »Ich finde, wir sollten uns das überlegen«, meinte sie ruhig. »Wir lassen uns ein paar Tage Zeit, dann haben wir sicher eine akzeptable Lösung parat.« Auffordernd sah sie zwischen mir und Matthias hin und her.
   Matthias nickte und hielt mir die Hand entgegen. »Wir sind also im Geschäft?«
   Melissa nickte, und ich schlug mit einem schweren Gefühl im Magen per Handschlag ein. »Wir sind im Geschäft.«
   »Dann bis in zwei Tagen«, meinte Matthias freudig.
   »Geben Sie auf sich acht«, meinte ich ernst, während ich ihn zur Tür begleitete. Kaum war Matthias Burg außer Sichtweite, drehte ich mich neugierig zu Melissa um. »Wie hast du dir das gedacht?«
   Auch Caro drehte sich zu ihr um.
   Melissa überlegte einen Augenblick. »Matthias darf das nicht auf die leichte Schulter nehmen«, meinte sie ernst. »Maike, geh’ zu Karsten und hol dir seinen Rat.«
   Langsam setzte ich mich zurück an den Schreibtisch. »Was sagst du dazu, Caro?
    Caro nickte. »Ich denke ebenfalls, wir sollten den Fall übernehmen.«
   Nun hatte mich Caro aus dem Konzept geworfen, verdattert sah ich sie an. »Wir? Heißt das, du willst dabei sein?«
   Meine Freundin wippte abwägend mit dem Kopf hin und her und grinste breit.
   Na, dann konnten wir loslegen, wir hatten einen zweiten Auftrag.
   »Hat eine von Euch eine Idee?«, fragte ich nach einer Weile des Schweigens in die Runde.
   Caro zuckte mit den Schultern und blies ahnungslos in ihre Wangen.
   So viel zum Thema, wir sollten den Fall übernehmen.
   Melissa sah mich eindringlich an, kniff ihre Augen zusammen und verzog nachdenklich den Mund. »Egal was Karsten dazu sagt, ich bin mit dabei, diesen Fall zu lösen, ob es ihm passt oder nicht. Habt ihr das alle verstanden?«
   Wir stimmten Melissa zu.
   Erleichtert warf sie sich in ihren Sessel zurück und kaute auf ihren Daumennagel. »Wir brauchen Karsten bei der Aktion!«
   »Karsten? Wieso das denn?«
   Melissa besah sich ihren Daumennagel. Sie räusperte sich. »Kriegst du das hin mit Karsten?«, fragte sie, ohne mich anzusehen.
   »Ich werde mein Bestes tun«, meinte ich unsicher. »Aber weshalb muss er dabei sein?«
   Melissas Blick schweifte kurz prüfend hinüber zu Caro. »Ist noch nicht ganz spruchreif, aber es wäre toll, wenn du mal in diese Richtung deine Fühler ausstrecken könntest.«
   Ich nickte, doch ob ich das auch wirklich wollte, spielte hier offensichtlich keine Rolle. Grübelnd lehnte ich mich im Schreibtischstuhl zurück, legte meine Füße auf die Tischplatte und musterte Melissa, die ebenfalls grübelnd vor sich hinstarrte. Ich fand es super, dass Caro mit von der Partie sein wollte, denn sie dazu zu überreden, hätte mich echt viel Aufwand gekostet.
   Und wie zum Geier, bekommst du Karsten dazu, da mitzumachen?, kicherte das Teufelchen in mein Ohr.
   Tja, das war eine Frage, auf die ich keine Antwort hatte. Karsten war, seit meinem letzten Abenteuer nicht gut darauf zu sprechen, wenn es hieß, ich brauchte seine Hilfe. Aber er war mein Schwager, und dieser Pluspunkt, könnte für mich zum Vorteil werden. Somit begab ich mich in die Höhle des Löwen.

»Maike. Schön, dass du mich besuchst!« Karsten strahlte mich an und bat mich, Platz zu nehmen. Sein Büro war, seit ich es beim letzten Mal von innen gesehen hatte, noch vollgestopfter mit Akten, und die Luft darin glich einer Kommode, die seit Jahren nicht mehr geöffnet wurde. Karsten hatte wohl gute Laune, denn sonst fragte er mich immer, was ich hier wollte. Und ich musste dann immer antworten: »Hey ich darf doch mal nach meinem Schwager schauen, oder?«
   Da dies meine Standard-Begrüßung war, blieb ich auch bei ihr.
   Karsten lachte. »Du darfst mich immer besuchen, wenn dir danach ist. Nur kommst du immer dann, wenn du etwas von mir willst.«
   Okay, ich denke, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zu fragen. Er hatte recht mit seiner Annahme. Ich musste umdisponieren. Dahin mein Vorhaben, ihn gleich in die Mangel zu nehmen, zu betteln, bis er nachgab. »In der Tat, ich will was von dir. Ich wollte fragen, ob du heute Lust hast, mit mir den neuen Imbiss auf dem Marktplatz zu testen«, rettete ich mich in den sicheren Hafen.
   Wolltest du nicht, kicherte das Teufelchen auf meiner Schulter.
   Karsten lächelte mich an. »Im Ernst?«
   Ich nickte. »Logo!« Immerhin war es bereits einige Zeit her, dass es dort einen guten Imbissstand gab, seit der Letzte in die Luft geflogen war.
   Karsten stand auf und ging zur Tür. »Kommst du?«
   »Wie, jetzt?«
   »Ja, wann denn sonst? Es ist Mittagszeit, und ich muss hier mal raus! Du kommst gerade wie gerufen.«
   Damit hatte ich nicht gerechnet, denn normalerweise wollte Karsten nie hier raus. Also trabte ich ihm hinterher. »Wir fahren mit deinem Wagen, okay?«
   Jetzt verblüffte er mich schon wieder. Karsten in meinem Zweisitzer? Der hasste mein Auto, es war für ihn zu eng und zu was auch immer darin. Langsam machte ich mir Sorgen.
   Kurz bevor wir zum Marktplatz fuhren, bat mich Karsten, doch einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen.
   Mit einem Seitenblick auf meinen Schwager sah ich, dass dieser sogar im Takt der Musik mit dem Kopf wippte.
   Karsten hatte noch nie den Beat im Blut gehabt, er war der, der dazu neigte, Musik beim Autofahren ganz zu verbieten.
   »Karsten, ist alles in Ordnung mit dir?«, fragte ich mit einem besorgten Seitenblick auf meinen Schwager, so einfühlsam ich konnte.
   »Ja, warum fragst du?«
   »Nur so.«
   Karsten grinste. »Warte ab, ich zeige dir was.«
    Keine zehn Minuten später hielt ich vor einem Autohaus, auf dessen Verkaufsfläche unzählige Oldtimer standen.
   »Komm mit!«
   Karsten stieg aus, und steuerte auf ein Auto zu, das größer war als meins, breiter als die Straße und gefühlt länger als ein D-Zug. Ein amerikanischer Traum, wenn man nicht gerade in Frankfurt wohnte.
   Ich schnallte mich ab und schlenderte hinüber zu Karsten. »Was ist das denn?«, fragte ich perplex.
   »Ist der nicht schön?«, Karsten strahlte mich an wie ein weißer Vorhang, frisch aus der Waschmaschine.
   Nein! Doch das durfte ich nicht aussprechen. Ich wollte es mir nicht wieder mit ihm verderben, ich brauchte meinen Schwager noch. Verblüfft und mit offenem Mund guckte ich ihn an. »Ich frage noch mal, was ist das denn?«
   Anstatt einer Antwort erntete ich ein breites, zufriedenes Grinsen. Karsten deutete ins Innere des Wagens. »Guck mal, ist das nicht einmalig?«
   Als ich durch das Seitenfenster sah, kam es mir vor, als würde ich in ein Wohnzimmer der Siebzigerjahre blicken. Die Vordersitze waren breit wie Sessel, und hinten war genügend Platz für Leute, die den Körperindex von Jabba der Hutte aufweisen konnten.
   »Sag’ was, Maike! Ist das nicht ein Traum?«, flötete Karsten, ohne meine Frage beantwortet zu haben.
   Ein Traum von was?
   Blech?
   Geschmacklosigkeit?
   Der wollte mich doch sicher gerade verarschen!
   Karsten lächelte schief und seine Augen strahlten. Und nun wurde mir bewusst: Der meinte das wirklich ernst. Diesen Blick kannte ich. Josef konnte auch so gucken, wenn er etwas aus dem Spielzeugladen wirklich wollte. »Och, ja«, war alles, was ich dazu sagen konnte, denn ich würde Karsten sicher verletzen, wenn ich ihm ehrlich antworten würde, »Nö, das Teil macht einem mehr Angst als Freude«, denn er war Feuer und Flamme für dieses … Ding! Feuer und Flammen waren übrigens auch auf der Motorhaube und auf den Seiten lackiert. »Was soll das darstellen?«
   »Ein Muscle Car. Ein schönes, altes Muscle Car«, verbesserte er sich.
   Muscle Cars! Ah, ja. Ich hatte schon welche gesehen, das waren Träume. Aber das hier. Ouuu, ich konnte kaum hinsehen. Das, was man Armaturenbrett nannte, war komplett mit Leopardenfellimitat bezogen. Obenauf hatte der Vorbesitzer eine Wackelpuppe geklebt, die stark an einen Rock ‘n‘ Roll-Sänger der Sechzigerjahre erinnerte. Zum Übel der Hässlichkeit, dazu in der passenden Farbe, hellbraunes gestepptes Leder an Vordersitzen und Rücksitzbank. In der Heckscheibe hing eine Reihe mit kleinen Bommeln in den Farben grün und blau. Meine Augen! Doch die bekamen schonungslos das ganze Programm geliefert, als ich zu Boden sah. Die Felgen schlugen dem Fass den Boden aus! Oh, meine Fresse, waren das vergoldete Kanaldeckel? Die waren ja riesig.
   Ich blickte Karsten fassungslos an, der mich anstrahlte.
   »Du sagst ja gar nichts, ist doch toll, oder?«
   Ja, wunderschön, urg. Karsten das geht gar nicht.
   Noch während ich mir ein Gedankenduell lieferte, kam Karsten auf mich zu, und sah mich bittend an. »Maike, hilf mir, dieses Auto bei meiner Frau schmackhaft zu machen!«
   Hä? Wie ein aufgeschrecktes Reh blickte ich Karsten an.
   Ich sollte was? Schmackhaft machen? Bei Tamara? Meiner Schwägerin Tamara Stein? Niemals! Das schaffte ich nicht, egal was ich anstellte. Diese Frau akzeptierte nur eins, und zwar nichts, was ihr nicht in den Kram passte. Wie um alles in der Welt sollte ich ihr dann diese Monsterschüssel schmackhaft machen?
   »Wenn du das schaffst, tu ich alles, was du von mir verlangst!«
   Karsten streichelte liebevoll über die Kiste der Hässlichkeit. Ich schreckte fast zurück, als ich seine Worte hörte. Hey, ich sah auf einmal ungeahnte Möglichkeiten, die sich mir gerade eröffneten. Alles? Klang super und brannte sich sofort in mein Gehirn ein. Das spornte mich an, und ich verdrängte die Bilder, in denen Tamara mich zusammenknüllte und mit einem Fußtritt in die Tonne kickte. Fast ratlos, wie ich die Überredung anfangen könnte, betrachtete ich mir Karstens Traum. Ich hoffte, dass Tamara auf die Farbe rostrot stand. Dann hätte ich einen Ansatz gefunden, um sie dazu zu bringen, zumindest einen Blick auf das Auto zu werfen.
   Ich grübelte noch darüber nach, als wir längst im Imbiss saßen. Doch lenkte mich etwas von der Grübelei ab. Der blaue Sportwagen fiel mir auf, als er wiederholt am Imbiss im Schritttempo vorbeifuhr.

Ernste Sache

Caro hatte uns gerade berichtet, dass sie gern ein Treffen mit Felia, Matthias’ Ehefrau vereinbaren wolle, als die Tür zum Büro aufsprang. Ingolf kam herein, und ohne die anderen zu beachten, legte er los.
   »Ich habe getan, was du mir aufgetragen hast. Gleich, nachdem mein Besuch gegangen war, habe ich mich auf zum Mediencenter gemacht!«
   »Und? Hat es was gebracht?«, fragte ich freudig.
   »Nein! Drei Stunden, nachdem ich zu Hause ankam, kam die Nachricht, ich bräuchte mir keine neue Nummer anschaffen, es würde mir nichts nützen.«
   »Wem hast du deine neue Nummer denn bereits gegeben?«, fragte ich und zückte Stift und Papier.
   »Keinem! Das ist es ja«, flüsterte Ingolf.
   Melissa sah entsetzt zu mir, selbst Caro schien vergessen zu haben, dass sie sich sicher beschweren wollte, da Ingolf sie unterbrochen hatte und nicht mal den Anstand besaß, anzuklopfen.
   »Wie ist das denn möglich?«, fragte Melissa.
   »Ich weiß es nicht! Will eine von euch mein Handy haben? Ich schenke es euch. Es ist noch nagelneu«, sagte er und hielt es in die Höhe.
   Alle drei schüttelten wir stumm unsere Köpfe.
   »Behalte es, wir finden den Schreiber. Geh noch mal in dieses Café und schau dich dort unauffällig um, ob du eventuell einen erkennst. Mach dir darüber Notizen, wann und wo die Person war und ob sie dich beobachtet. Mach unauffällig Fotos, und dann sehen wir weiter. Wenn du danach noch eine SMS-Drohung bekommen solltest, überprüfen wir jeden Einzelnen von ihnen. Versprochen. Vielleicht findet sich etwas in der Verbrecherkartei.«
   Ingolf sah erleichtert aus, und ich glaubte, ihm gefiel die Idee. Er nickte. »Ich verspüre Lust auf einen Kaffee.«
   Caros Kopf schoss in die Höhe. Leicht panisch blickte sie mich an, als wollte sie sagen: »Ich hole keinen, das kannst du vergessen.«
   Doch Ingolf drehte sich bereits zum Gehen um, noch bevor ich etwas zu Caro sagen konnte. Ich hätte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, gebeten, einen Kaffee zu holen. Nur um sie zu ärgern, denn sie nervte uns dauernd mit ihrer Prüfung. Wir wussten, dass sie sich nur unnötig stresste, denn sie hatte die Prüfungsfragen schon mehr als drauf.
   »Bis später, Mädels, ich werde berichten.«
   Ingolf grinste Caro an, wedelte mit dem Block und ging.
   Auch ich verabschiedete mich kurz darauf von den beiden, denn ich musste aufräumen gehen. Meine Mutter kam heute aus ihrem Urlaub zurück, und ich wollte ihr zeigen, dass ich durchaus fähig war, nicht nur Chaos in meiner Wohnung zu hinterlassen.
   Ich war kaum fertig mit der Hausarbeit und wollte gerade mit einer Tasse Kaffee im Sofa versinken, als Melissa mich anrief und mir mitteilte, dass sich Ingolf dringend mit mir treffen wolle. Sie meinte, da Caro keine Lust verspürte, sich als Freundin auszugeben, müsse das wohl ich übernehmen, denn sie hätte auch etwas Dringendes zu erledigen. Und er würde mich in einer halben Stunde erwarten. Noch hätte er nichts Ungewöhnliches bemerkt.
   Na, dann musste ich mir keinen Stress machen, denn in den nächsten dreißig Minuten, würde aller Voraussicht nach ebenfalls nichts Ungewöhnliches passieren.
   Dass Caro keine Lust hatte, war mir klar, er stand irgendwie auf sie. Doch dass Melissa auch zicken musste, nahm ich ihr ein wenig übel.
   Nachdem ich den Treffpunkt erfuhr, duschte ich noch ausgiebig, denn die Aufräumaktion, die ich erfolgreich abgeschlossen hatte, forderte viel Schweiß und zwei abgebrochene Fingernägel. Ich föhnte mir meine Haare zu einer Löwenmähne, zog meine neuen, kurzen Shorts und das passende Oberteil dazu an und schlüpfte in bequeme Sandalen. Außerdem beschloss ich, heute sogar etwas Make-up aufzulegen. Wenn mich Mark so sehen würde, wäre er sicher eifersüchtig. Es war lange her, dass ich mich für einen Einsatz aufdonnerte. Das dauerte mir immer eindeutig zu lange, und ich hatte Angst, in der Zeit, etwas Wichtiges draußen zu verpassen. Heute war es anders, heute musste ich die Freundin spielen, nicht die Privatermittlerin, die nur beobachtete. Eine ganz neue Rolle quasi. Aufgeregt schnappte ich mir meine Handtasche und verließ gut gelaunt das Haus.

Wir saßen noch keine zehn Minuten vor unseren dampfenden Kaffeetassen, als mit einem doppelten Pfieüüü erst meine und dann die Tasse von Ingolf zersprang.
   »Arg, was war das denn jetzt? Scheiße!« Ich hopste gerade noch rechtzeitig unter den Tisch, als ein zweites Pfieüüü, Ingolf an der Schulter traf und dieser vom Stuhl kippte. Mir tropfte der Kaffee in den Nacken, da dieser, aus der Tasse befreit, nicht mehr auf dem Tisch blieb, sondern sich einen Weg auf mich zu bahnen gedachte. Ich wischte mir die Soße aus den Haaren und ärgerte mich, dass ich mein schönes weißes Top dem Fleckenteufel opfern musste. Kaffeeflecken waren die effektivsten Zerstörungsmittel, die es für weiße Kleidung gab.
   Es schießt einer auf uns, und du denkst nur an deine Klamotten?, schrie eine mir bekannte Stimme panisch in mein Ohr. Oh, nein! Engelchen und Teufelchen, meine beiden Begleiter, wenn mein armer Verstand überlastet wurde, waren wieder da und duellierten sich. Das Beste war, sie zu ignorieren, was verdammt schwerfiel, besonders dann, wenn man gerade im Begriff war, sich vor Angst in die Hose zu machen.
   »Was soll ich jetzt machen?«, schrie ich zu Ingolf, der nun ebenfalls zitternd unter dem kleinen Bistrotisch hockte, sich die Schulter hielt und mich mit glasigen Augen anglotzte.
   Von Ingolf bekam ich keine Antwort, dafür aber übernahm das Engelchen seinen Part. Renn weg! Bring uns gefälligst aus der Gefahrenzone, rief es.
   Nix da! Bleib hocken, blökte Teufelchen, das Gefahrenzonen geradezu liebte.
   »Was jetzt?«
   Soviel zum Thema ignorieren, ich schaffte das nie.
   Ingolf, der sich angesprochen fühlte, glotzte mich immer noch mit großen Augen an. »Aua!«
   Aua?, kreischte das Teufelchen vor Lachen in mein Ohr.
   Jesses! Ihn hat’s halt erwischt, fuhr das Engelchen ihn an. Lass uns hier abhauen!
   Verzweifelt schüttelte ich den Kopf. »Ich hoffe, ihr verschwindet jetzt!«, zischte ich.
   »Ihr? Du glaubst, es sind mehrere?«, keuchte Ingolf panisch, der meinen Disput mit den beiden Oberspinnern wohl missverstanden hatte.
   Verdattert blickte ich zu Ingolf. »Was? Nein, ich war in Gedanken, schon okay«, meinte ich und war froh, Ingolfs erleichtertes Gesicht zu sehen.
   Eine Weile stritten die beiden ohne mich weiter, denn sie verschwanden mit einem Plopp.
   Engel hat gewonnen!, rief mir Teufelchen kurz darauf ins Ohr. Renn’ im Zickzack wie ein Hase weg. Los!, feuerte Teufelchen mich an und hüpfte auf meiner Schulter ungeduldig auf und ab. Dann trifft er dich nicht, wenn er noch mal auf dich ballert. Hopp, hopp!
   Engelchen räusperte sich. Nein! Nicht ohne Schutz!
   Dann soll sie eben den Tisch mitnehmen und sich dagegenstemmen wie eine Schildkröte!, konterte der kleine rote Kerl.
   In der Hocke unter dem Tisch ließ ich meinen Kopf auf die Knie sinken. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich, mit dem Tisch auf meinem Rücken, derweilen im Zickzack krabbelnd, durch die Menge flüchten. Dieses Genöle überlastete mein Nervenkostüm, mein Gehirn arbeitete auch so bereits auf Hochtouren. »Der ist angeschraubt!«, rief ich sauer meinen beiden Begleitern zu und diese verschwanden sogleich mit einem leisen Plopp.
   Dann sah ich auf zu Ingolf, der mich ansah, als würde er sich gerade fragen, ob es sicherer sei, mit mir unter dem Tisch zu hocken, oder ob er besser dran war, unter Beschuss des Unbekannten da draußen, vor mir zu flüchten. Hilflos deutete er auf seine blutende Schulter. »Schau dir das an, ich sterbe!«
   »Das ist nur ein Streifschuss, du wirst es überleben«, sagte ich zu Ingolf. Ich klatschte mir imaginär die Hand an die Stirn. O Mann, das ist nur ein Streifschuss, du wirst es überleben? Was Besseres war mir nicht eingefallen?
   Beruhigter sah Ingolf deswegen auch nicht gerade aus. Im Gegenteil, er zitterte, und ich hatte Angst, er fiele mir gleich in Ohnmacht. Ich seufzte innerlich. Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz je einmal zu einer Menschenseele sagen musste.
   »Ich werde es überleben?« Ingolf sah mich fragend an.
   »Ja!«, meinte ich ungeduldig.
   Ingolfs Blick wurde etwas klarer. »Nur ein Streifschuss«, murmelte er und hielt sich die Schulter. »Wer tut mir das an?«, fragte er und erneut schwang die Panik hörbar in seiner Stimme mit.
   »Ich weiß es nicht!«, murrte ich ihn an. Er hatte nicht einmal in der ganzen Zeit, in der wir hier unter dem Tisch hockten, gefragt, ob ich eventuell auch getroffen wurde.
   Während die Leute um uns herum aufgehört hatten, wie kopflose Hühner auf dem Gelände herumzuflattern, hörte ich die Sirenen der Polizeiautos näherkommen. Keine fünf Minuten später klopfte es auf die Tischplatte über uns, und dann erschien das freundliche Gesicht meines Schwagers.
   »Maike! Wer hätte gedacht, dass ich dich hier finden würde?«
   »Karsten!«, meinte ich erleichtert zur Begrüßung, froh darüber, dass wir in Sicherheit waren. Immer noch unter dem Tisch hockend, versorgte ein Sanitäter Ingolfs Streifschuss, und ich plauderte mit Karsten über den Vorfall. In diesem Augenblick kündigte Ingolfs Handy eine ankommende SMS an. Er gab mir das Telefon, und ich las die Nachricht laut vor.
   »Das war definitiv die letzte Warnung. P.S.: Brauchst nicht denken, wenn du Freunde zum Kaffee einlädst, dass ich aufhöre. Der nächste Schuss trifft.«
   »Maike! Willst du ewig hier unter dem Tisch hocken?« Mein Schwager reichte mir die Hand und zog mich hoch.
   Ich gab ihm Ingolfs Mobiltelefon, und er meinte, wir sollten, nachdem der Sanitäter mit ihm fertig sei, sofort auf das Revier kommen.

Nach drei endlosen Stunden Befragung, was im Straßencafé vorgefallen war und anschließendem Austausch der Familienneuigkeiten ließ mich Karsten gehen. Zu Hause war sicher der Teufel los. Mark hatte mir, während des Gesprächs mit Karsten mitgeteilt, dass ich mich nicht wundern solle, wenn ich nach Hause käme, im Bad wäre der Warmwasserboiler kaputt und er musste das Wasser abstellen. Er versprach mir, er wolle einen Neuen nach der Arbeit besorgen, und ich müsse mir überhaupt keine Sorgen machen. Er hätte alles im Griff.
   Duschen mit kaltem Wasser war für mich zwar kein Ding, aber da es gar kein Wasser im Bad gab, beschloss ich, zuerst im Büro vorbeizufahren. Dort ging ich duschen und zog mir frische Klamotten an, die ich dort immer lagerte.
   Vor ein paar Wochen hatten wir eine Dusche im Bad einbauen lassen, da es immer öfter vorkam, dass wir uns bei unseren Einsätzen draußen in der grausamen Welt der Flecken einsauten.
   Ich hatte Mark am Telefon nicht erzählt, warum ich bei Karsten auf dem Revier hockte, und er fragte mich auch nicht danach. Er wusste von meinen früheren Fällen her, dass es für seine Nerven immer besser war, nicht zu wissen, was gerade der aktuelle Anlass dazu war. Aber ich musste meinen beiden Mädels im Büro die Ereignisse des Tages erklären, davor konnte ich mich nicht drücken. Nach etlichen Tassen Kaffee hatte ich mich endlich so weit im Griff, dass ich Melissas Rede-Antwort-Frage-Spiel standhalten konnte. Caro hörte nur gebannt zu und schüttelte fassungslos den Kopf.
   Das Klingeln des Telefons hielt Melissa davon ab, weiter nachzufragen.
   »Für dich, Maike!« Melissa hielt mir das Telefon hin und formte lautlos mit den Lippen Ingolf.
   Ich verdrehte die Augen. Nicht schon wieder, was war denn jetzt wieder los? Man hatte ihn doch vom Revier aus nach Hause begleitet. Außerdem wollte ich gleich zu Mark und meinen Kids fahren. Ich hielt mir das Telefon ans Ohr und hoffte, dass er mir nur mitteilen wollte, dass er gut nach Hause gekommen war. Ich betete, dass er nicht noch sonst eine Idee auf Lager hatte, was er unternehmen könnte, mich als Tarnung einzusetzen. Ein Abenteuer mit ihm am Tag reichte mir vollkommen. »Hallo Ingolf, was ist?«, fragte ich geduldig.
   »Mein Auto hat vier platte Reifen! Zu Hause war mir langweilig, deshalb wollte ich noch einmal los, und dann sah ich, dass mein Auto so komisch niedrig auf der Straße stand. Dann bekam ich gleich darauf wieder eine SMS. Man hat mir gedroht, mich genauso aufzuschlitzen wie die Reifen«, stotterte er aufgeregt.
   »Ingolf beruhige dich erst mal. Wo bist du?«
   Melissa, die schon am Tonfall meiner Antworten hörte, dass etwas ganz und gar nicht stimmte, hopste vor mir aufgeregt hin und her. »Was ist? Sag’ was«, flüsterte sie.
   Ich winkte ihr zu, dass sie die Klappe halten sollte und sie sah mich beleidigt an.
   »Mann …, ich führe hier ein ernstes Gespräch!«, krächzte ich leise in Melissas Richtung und hielt die Sprechmuschel zu, damit Ingolf nichts davon mitbekam.
   »Maike, nun hilf mir doch«, rief Ingolf, »ich glaube, man beobachtet mich!«
   Ich schob die Sprechmuschel erneut zu und sortierte meine Gedanken. Jetzt hatte man ihm schon das zweite Mal die Reifen demoliert, und das war genauso eine ernste Bedrohung, wie die, dass man heute auf ihn geschossen hatte.
   Ingolf bestand auf dem Revier darauf, nach Hause zu gehen, obwohl Karsten ihm anbot, die Nacht über in einer Ausnüchterungszelle auf der Polizeistation zu verbringen.
   Ich musste handeln, einen kühlen Kopf bewahren, doch so einfach war das nicht. Ich blickte zu Melissa, die mich mit stummen Gesten aufforderte, etwas zu sagen. Ich musste eine Lösung finden. Ewig konnte ich nicht dahocken und den Hörer ans Ohr halten, während ich mir auf den Lippen herumkaute. »Scheiße, Ingolf. Du brauchst eine andere Unterkunft. Wenigstens so lange, bis wir die Person gefunden haben, die dir immer diese Nachrichten schreibt«, schossen die Worte aus mir heraus, die mich sicher in Teufelsküche bringen würden. Ich schüttelte über mich selbst den Kopf, denn ich sagte zwar die Worte, wusste aber nicht wo dieser Ort sein sollte.
   »Und wo soll das sein? Ich werde beobachtet! Schon vergessen?«
   »Wie sollte ich das vergessen? Ich höre es doch ständig von dir. Ich finde ’ne Lösung, geh in deine Wohnung und bleib da«, sagte ich in einem Befehlston, der selbst mir neu war.
   »Ich gehe da nicht rein. Was ist, wenn da schon einer auf mich wartet?«
   Okay, das sah ich ein. Allein sollte er nicht hineingehen, aber wo sollte er dann hin?
   An einen Ort, an dem sich viele Menschen aufhalten!, raunte mir Engelchen ins Ohr.
   Genau, das war die Lösung.
   »Du musst in ein Hotel gehen, da sind genug Menschen um dich herum, und es wird schwer, rumzuballern, ohne den Falschen zu treffen«, sagte ich erleichtert, dass mir etwas eingefallen war.
   »Ich kann mir kein Hotel leisten! Ich muss euch bezahlen, das ist teuer genug. Und außerdem will ich nicht, dass schon wieder geballert wird. Mein Arm wurde getroffen, das tut höllisch weh! Glaubst du wirklich, man schießt wieder auf mich?«
   Was hatte ich denn nun wieder gesagt? Das Letzte, was ich wollte, war Panik verbreiten. Ich guckte Melissa an und sie mich, doch von ihr kam keine Lösung, sondern nur ein fragendes Gesicht. Caro sah nur unschuldig und fast gelangweilt in ihren Monitor.
   Jetzt könnte ich schon etwas Hilfe von ihr gebrauchen, doch musste ich erst alles erklären und das würde zu lange dauern, da Ingolf mich gerade wieder anflehte, etwas zu unternehmen. Beim nächsten Mal würde ich auf Lautsprecher schalten, dass alle gleich informiert waren.
   »Maike, ich kann mir kein Hotel leisten«, rief Ingolf ungeduldig.
   »Wir finden was«, meinte ich ruhig und ignorierte das ‚Ihr seid teuer genug‘-Gerede.
   »Wann? Ich kann doch nicht ewig auf offener Straße herumstehen, und in meiner Wohnung will ich nicht bleiben! Mann, ich hab’ ’ne Scheißangst!«
   »Ingolf beruhige dich erst mal. Nimm dir ein Taxi und komm in unser Büro.« Ich legte auf und erzählte Melissa und Caro, was geschehen war.
   »Bei mir wird er nicht wohnen«, platzte es aus Melissa heraus. »Ich soll mich raushalten, hat Karsten gesagt, also tu ich das auch.«
   »Seit wann hörst du auf das, was Karsten sagt?«
   Sie schwieg und naschte bereits wieder am Kuchen herum, der auf ihren Teller lag.
   »Wie steht’s bei dir, Caro?«, sagte ich zu meiner Freundin, ohne Melissa aus den Augen zu lassen.
   Caro winkte ab. »Hank hätte eindeutig etwas dagegen, dass fremde Männer in unserer Wohnung hausen, wenn er auf Geschäftsreise ist.«
   Hank war Caros Verlobter, und er kümmerte sich um die Auslandsimmobilien, die sie im Laufe der Zeit zum Verkauf anbot.
   Grinsend sah sie mich an. »Und du? Was ist mit dir?«
   Ich hatte nicht den Hauch einer Chance, ebenfalls zu verneinen, denn kaum machte ich den Mund auf, stürmte auch schon Ingolf in unser Büro.
   »Ingolf«, begrüßte Melissa ihn freundlich, »wir haben gerade darüber geredet, dass du bei Maike wohnen kannst, solange der Fall nicht geklärt ist.«
   Watsch. Mein Gehirn machte eine Vollbremsung. Was? Was hatte ich da eben aus Melissas Richtung gehört? Ja, war die blöd? Hey! Ich hatte Kinder und einen Mann, die wollte ich nicht in Gefahr bringen, geschweige denn mich selbst!
   Miete ihm ein Hotelzimmer und setze es von der Steuer ab!, grölte das Teufelchen vor Lachen.
   Ingolf hatte die Worte schneller verstanden, als ich mich mit meinen Gedanken duellieren konnte, was vernünftig sei und was nicht. Ingolfs enttäuschter Blick zu Caro jedoch entging mir nicht. »Das ist echt lieb, dass du mich in dein Heim einlädst. Ich mache keinen Dreck, und ich schwöre, es wird nicht mal auffallen, dass ich da bin!«

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