Liebe aus Versehen: Die 16-jährige Lauren und der 17-jährige Ben sind seit vier Monaten ein Paar. Sie beschließen, auf der Party eines Freundes zum ersten Mal miteinander zu schlafen. Ben verspricht Lauren eine unvergessliche Nacht, doch dann überstürzen sich die Ereignisse und der Abend endet in einer Katastrophe. Ein Kick zu viel: Olive und Anthony halten ihre Beziehung vor ihren Eltern geheim und treffen sich an verschiedenen Orten, um ihre erotischen Abenteuer auszuleben. Sie scheuen auch nicht davor zurück, auf verbotenes Gelände einzudringen. Bisher ohne Probleme, aber dann werden sie Zeugen eines kaltblütigen Mordes und geraten schon bald selbst in die Fänge der Verbrecher ... Halfpipe der Gefühle: Erin ist neu in dem kleinen Ort Cojote Place, wo jeder jeden kennt. Im Skatepark trifft sie auf den Einzelgänger Liam. Trotz der Warnungen ihrer neuen Freundinnen lässt Erin zu, dass sie sich schnell näher kommen. Gemeine Gerüchte um Liam, denen Erin glauben schenkt, schieben jedoch einen Keil zwischen sie. Erin beendet die Beziehung, und als sie erkennt, dass sie einen Fehler begangen hat, ist es fast zu spät. Um Liams Vertrauen zurückzugewinnen, sieht Erin nur einen Weg: Sie offenbart ihm ihr dunkelstes Geheimnis.

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ISBN: 978-9963-722-68-6

Seiten: 224

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Anna Loyelle

Anna Loyelle
Anna Loyelle, alias Andrea Kammerlander, wurde 1972 in Schwaz in Tirol im Zeichen des Zwillings geboren. In der Marktgemeinde Jenbach aufgewachsen, entdeckte sie bereits in der Grundschule den Hang zum Schreiben. Ihre Gedanken brachte sie damals mit der Füllfeder in einem Schulheft zu Papier, und erfreute ihre Mitschüler und Lehrer vorwiegend mit Abenteuer- und Tiergeschichten. Mit vierzehn Jahren schrieb sie ihr erstes Buch, das sieben Jahre später veröffentlicht wurde. Nach der Geburt ihrer Söhne legte Anna Loyelle eine Schreibpause ein, die sie im Jahr 2000 wieder beendete. Seitdem schreibt sie Jugendromane, Liebes- u. Erotikromane, Kindergeschichten, Thriller und Kurzgeschichten verschiedener Genres. Zahlreiche ihrer Werke wurden bereits in Zeitschriften, Anthologien, Onlineverlagen und als Print-Books veröffentlicht.

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Liebe aus Versehen


»Ich geh jetzt rauf und bereite alles vor«, raunte Ben Lauren zu und fuhr sich durchs Haar. »Du kommst in ein paar Minuten nach, okay?«
   Lauren nickte.
   »Bist du aufgeregt?«
   Sie bejahte und wurde rot. Wie sollte sie nicht aufgeregt sein, bei dem, was sie vorhatten?
   »Ich auch«, gab Ben zu, »aber keine Angst, ich sorge dafür, dass alles perfekt wird.« Er küsste sie flüchtig und lief die Treppe hinauf.
   Ihr Herz schlug so laut, dass sie befürchtete, es könnte die Musik übertönen. Jetzt war es also gleich so weit, dachte sie. Ben und sie würden miteinander schlafen. Sie erlebte ihr erstes Mal!
   Sie hatte die Mädchen in ihrer Klasse oft darüber reden gehört, aber nie verstanden, warum alle so einen Aufstand darum machten. Einige von ihnen hatten sogar Wetten laufen, wer bis zum Schulende noch Jungfrau war und wer nicht. Lisa und Gwen prahlten außerdem damit, ihre Unschuld vorletzten Sommer verloren zu haben. Da waren sie vierzehn gewesen. Na und? Für sie war sechzehn auch noch früh genug. Und wenn Ben nicht so darauf gedrängt hätte, würde sie …
   Erschrocken blinzelte sie.
   Gut, Ben hatte sie wirklich bedrängt, aber sie wollte es auch und freute sich darauf, mit ihm zusammen zu sein.
   Lauren zwängte sich durch die herumstehenden Partybesucher und erreichte die Treppe. Sie vermied jeglichen Blickkontakt, aus Angst, jeder könnte in ihren Augen lesen, was Sache war. Sie wurde von Sekunde zu Sekunde unruhiger und fragte sich, wovor sie sich fürchtete. Ben und sie waren seit vier Monaten ein Paar und sehr verliebt ineinander. Was sprach also dagegen, dass sie heute mit ihm schlief? Nur so konnte sie ihm zeigen, wie sehr sie ihn mochte – hatte Ben zumindest behauptet.
   Sie blieb auf der untersten Stufe stehen und schluckte. Ihre Hände wurden feucht. Ein paar Mädchen warfen ihr neugierige Blicke zu und kicherten. Lauren versuchte, sie zu ignorieren, aber sie war so angespannt, dass ihr das sehr schwerfiel. Sie kannte niemanden von den Leuten und wusste nicht einmal, wer hier wohnte. Ben hatte ihr nur gesagt, ein Freund seines Freundes hätte dieses Wochenende sturmfrei und schmiss eine Party. Als sie zugestimmt hatte, mitzukommen, schlug er vor, die Gunst der Gelegenheit zu nutzen, um endlich miteinander zu schlafen.
   Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch eilte sie nach oben. Dort stand ein Billardtisch mitten im Gang. Ein Pärchen lag zwischen den verstreuten Kugeln und knutschte heftig, ein anderes stand in der hinteren Ecke und befummelte sich ungeniert. Zögernd spähte sie durch die angelehnte Tür des ersten Zimmers zu ihrer Linken. Eine Gruppe Mädchen und Jungs saß auf dem Boden und spielte Flaschendrehen. Keiner von ihnen erweckte den Eindruck, als wäre er nüchtern. Im nächsten Zimmer lümmelten drei Jungs auf einem Sofa und teilten sich einen Joint. Einer von ihnen forderte Lauren grinsend auf, mitzumachen. Na toll, das fing ja schon gut an! Ben hatte ihr nicht gesagt, in welchem Zimmer er auf sie warten würde! Wie sollte da romantische Stimmung aufkommen? Ungeduldig öffnete sie eine weitere Tür und landete im Badezimmer. Obwohl Baderaum eher der passendere Name dafür war. Die Badewanne war riesig, um nicht zu sagen, gigantisch!
   »Suchst du irgendwen, Schätzchen?«, lallte jemand hinter ihr und stupste sie mit der Fingerspitze an. Als sie sich umdrehte, stand Dillon Norris vor ihr, völlig zugedröhnt, mit einem Joint und einer Flasche Bier in der Hand. Dillon ging in ihre Klasse und spielte meistens den Pausenclown, um seine Schüchternheit zu verbergen. Endlich einer, den sie kannte. »Hast du Ben gesehen?«, fragte sie hoffnungsvoll. Zu ihrer Enttäuschung verneinte er. Seine Augen waren glasig, die Pupillen erweitert. Lauren fragte sich, ob er überhaupt noch einen klaren Gedanken fassen konnte.
   »Aber, wenn du willst, kannst du ja mit mir Spaß haben, Laurie.«
   Sie schauderte. »Nein, danke. Und ich heiße Lauren.«
   »Schade, Laurie, bist echt ne heiße Braut …«
   »Ähm, ja, danke.« Sie ließ Dillon stehen und öffnete die nächste Tür. Wieder kein Ben. Wie viele Zimmer gab es denn bloß in diesem Haus? Sie merkte, dass Dillon ihr folgte, und floh rasch ins nächste Zimmer, ohne vorher abzuchecken, ob sich jemand darin aufhielt. Das hatte ihr gerade noch gefehlt! Ein bekiffter Pausenclown, der zudringlich wurde. Nein danke! Mit angehaltenem Atem horchte sie in die Dunkelheit. Dillon schlurfte am Zimmer vorbei und rief nach ihr.
   »Bei aller Freundschaft, Dillon, aber – nein«, stieß sie angewidert hervor. Sie würde noch ein paar Minuten im Schutz der Dunkelheit warten und sich dann weiter auf die Suche nach Ben machen. Irgendwo musste er doch sein!
   »Wer ist Dillon?«, fragte eine Stimme im Flüsterton.
   Sie zuckte erschrocken zusammen. »Ben? Bist du das?«
   Als Antwort folgte nur verhaltenes Räuspern. Wer soll es denn sonst sein, Dummkopf! Das Herz schlug ihr bis zum Hals vor Aufregung. »Ich … ich schließ besser ab, okay?« Sie tastete nach dem Schlüssel und drehte ihn um. Danach suchte sie den Lichtschalter, betätigte ihn allerdings nicht. Was, wenn ihm ihre Hüften zu breit waren? Ihre Brüste zu klein? Oder ihr Hintern zu rund? Der Bauch zu groß? Die Beine zu dick? Unsicher ballte sie die Fäuste.
   »Ähm, macht es dir was aus, wenn wir … ich meine, wenn wir … ohne Licht …?« Zu ihrer Verblüffung erhob Ben keine Einwände. »Wo bist du denn?«
   »Hier.« Seine Stimme klang irgendwie rauer als sonst. Lauren schob das seiner Erregung zu und tastete sich mit erhitztem Kopf durch den Raum. Sie stolperte über die unebene Kante eines Teppichs, konnte sich aber ausbalancieren und erreichte wenige Sekunden später ein Bett. Mit trockener Kehle ließ sie sich darauf nieder und rieb die Handflächen aneinander.
   »Wie, also, wie hast du dir das vorgestellt?« Inzwischen hatten sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt und sie erkannte Bens Silhouette in einem hohen Sessel am Fenster.
   Er antwortete nicht.
   »Setzt du dich neben mich?«, bat sie mit einem leichten Zittern in der Stimme.
   Nach kurzem Zögern kam er zu ihr.
   »Also, ich … ich habe ein bisschen Angst«, gab sie kleinlaut zu und versuchte, den Kloß im Hals hinunterzuschlucken.
   »Wovor?«
   Sie stutzte. Wovor? Er machte wohl Witze!
   »Na ja, es ist mein erstes Mal, du weißt schon«, versuchte sie, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, »da soll es wehtun … sagen die meisten …«
   Schweigen folgte. Das beruhigte sie keineswegs. Deshalb erkundigte sie sich rasch: »Hast du … an die Kondome gedacht?«
   Er räusperte sich und ließ sich mit der Antwort Zeit.
   »Hab ich dabei. Aber bist du dir auch wirklich sicher, dass du das tun willst?«
   Irritiert krauste sie die Stirn. Was sollte das jetzt wieder? Noch vor ein paar Tagen hatte er auf sie eingeredet, um nicht zu sagen, gebettelt, dass sie auf dieser Party mit ihm schlief, und jetzt wollte er wissen, ob sie sich sicher war? Das war nur, weil er genauso nervös war wie sie!
   »Ja, das bin ich«, erwiderte sie hastig, worauf er in seine Hosentasche fasste.
   Mit den Worten »Du entscheidest, wann«, legte er ihr ein Kondom in die Hand.
   Sie konnte es nicht sehen, aber spüren, und zuckte kaum merklich zusammen.
   »Aber … wollen wir uns denn nicht küssen oder so? Ich meine, du erwartest doch nicht, dass ich mich jetzt hinlege und du dann einfach so über mich … drüberrutschen kannst …« Nein, diese Szene entsprach ganz und gar nicht ihren Vorstellungen. Obwohl, wenn sie ihren Freundinnen glauben konnte, verlief das erste Mal nie so, wie man es sich vorstellte.
   »Okay …«
   Okay? Sonst hatte er nichts zu sagen? Irgendwie kam sie sich plötzlich vor wie Vic Beretton aus La Boum 2 – Die Fete geht weiter, als sie Philippe das Treppenhaus hinauf folgt, um mit in seine Wohnung zu gehen, in letzter Sekunde jedoch einen Rückzieher macht und wieder nach unten läuft. Aber sie war nicht Vic Beretton und würde keinen Rückzieher machen. O nein, das würde sie nicht!
   »Ben?« Vor Nervosität klang ihre Stimme ebenfalls ganz rau.
   »Hm?«
   »Du wirst doch vorsichtig sein?« Es dauerte ein paar Sekunden, bis er ein leises Ja von sich gab.
   »Okay. Gut. Ich vertraue dir …«
   Er rutschte näher und legte die Arme um sie. »Du zitterst ja.«
   »Nicht absichtlich …«, beteuerte sie schnell.
   »Entspann dich.«
   »Ich versuche es.«
   »Lass dich fallen.«
   »Gut … ja … okay …«
   Er legte seine Hand auf ihren Hinterkopf und Lauren öffnete in Erwartung eines Kusses die Lippen, doch Ben hatte etwas anderes vor. Zentimeter für Zentimeter glitt sein Mund von ihrem Ohrläppchen aus talwärts.
   Sie erschauerte und legte seufzend den Kopf in den Nacken.
   »Das fühlt sich gut an. So … sanft kenne ich dich gar nicht. Sonst bist du eher … na ja, stürmisch und ungeduldig …«, murmelte sie versonnen.
   »Ach ja?«, raunte er und zupfte sachte mit den Zähnen an ihrer Unterlippe. Das war neu. Und erweckte die Sehnsucht, seinen Mund endlich auf ihrem zu spüren.
   »Küss mich«, flehte sie, aber er ließ sich Zeit, begann mit der Liebkosung von Neuem und zog ihr das T-Shirt aus. Durch die Dunkelheit fühlte sie sich sicher und ließ sich widerstandslos von ihm in die Arme ziehen. Langsam wanderten seine Hände ihren Rücken hinauf, um den BH zu öffnen. Unwillkürlich hielt sie die Luft an.
   »Was ist?«
   Sag ihm die Wahrheit, sonst ist er dann enttäuscht!
   »Ähm … sie sind … klein. Meine Brüste, meine ich.«
   Sekundenlang verharrten sie schweigend in derselben Position, dann berührte er mit dem Daumen ihre Lippen und zeichnete sie sanft nach.
   »Unsinn. Du bist schön.« Lauren schluckte. Hatte er das eben wirklich gesagt? Sein Daumen verschwand und wurde von seinem Mund ersetzt. Willig öffnete sie die Lippen und stöhnte leise, als seine Zunge die ihre berührte. So hatte Ben sie noch nie geküsst. Leidenschaftlich, aber doch sanft. Zurückhaltend und gleichzeitig fordernd. Er gab ihr das Gefühl, die Einzige zu sein, die er wollte, und verstand es ausgezeichnet, ihr den Kopf zu verdrehen.
   »Vertrau mir«, flüsterte er zwischen feuchten Küssen und ließ seine Finger tiefer gleiten. Sie zuckte kaum merklich zusammen, als er über ihre Brüste strich. Ja, Ben, ich vertraue dir. Die Empfindungen überwältigten sie und lösten ungeahnte Sehnsüchte in ihren unteren Regionen aus. Mit rasendem Puls schlüpfte sie aus der Jeans und folgte ihm in die Mitte des Bettes, wo sie sich, die letzten Zweifel beiseite wischend, neben ihn legte.
   »Entspann dich«, hauchte er ihr ins Ohr und schickte seine Hände auf Wanderschaft. Ihre Haut brannte, jeder vernünftige Gedanke in ihrem Kopf wurde ausgelöscht. Es zählte nur noch das Hier und Jetzt. Und Ben. Gekonnt entfachte er das Feuer in ihr, bis sie nicht mehr wusste, wie ihr geschah. Seine Lippen und Hände schienen überall gleichzeitig zu sein und trieben ihr den Schweiß aus allen Poren. Zeit verlor an Bedeutung. Alles andere wurde ausgeblendet. Er musste zaubern können, ganz klar, wie sonst konnte er es schaffen, sie dermaßen zu erregen?
   Allmählich verlor sie die Scheu davor, ihn zu berühren, auch wenn dieses neue Gebiet der Erfahrung sie ein wenig verunsicherte. Aber Ben führte sie, zeigte ihr den Weg und flößte ihr mit zärtlichen Worten Mut ein. Sie glühte, im wahrsten Sinne des Wortes, und konnte nicht genug von seiner Nähe kriegen.
   »Bist du bereit?«, erkundigte er sich irgendwann und strich mit der Fingerspitze über ihren Bauch. Sie gab einen zustimmenden Laut von sich und reichte ihm das Kondom.
   »Soll ich Licht machen?«, fragte sie errötend und hoffte gleichzeitig, dass sie sich weiterhin in der Dunkelheit verstecken konnte. Sich ihm so zu zeigen, war ihr äußerst peinlich. Auch wenn sie sich schon ziemlich nahe gekommen waren.
   »Nein, das schaffe ich schon«, erwiderte er zu ihrer Erleichterung. »Ist ja nicht so, dass ich das zum ersten Mal mache.«
   »Ben«, stieß sie erschrocken hervor. Das war nicht gerade das, was sie jetzt hören wollte.
   »War doch nur Spaß.« Er kam über sie, schob ihre Beine mit seinen Knien auseinander, verharrte in dieser Position, ohne sie wirklich zu berühren, und küsste ihre Mundwinkel. Dann legte er seine Hände auf ihre Wangen und hauchte einen Kuss auf ihre Nasenspitze.
   Dieses Hinauszögern trieb ihre Nervosität in die Höhe.
   Sie wollte es endlich tun! Als könnte er ihre Gedanken lesen, sank er vorsichtig auf sie nieder. Sie hielt den Atem an.
   »Was ist los?«
   »Nichts. Keine Ahnung.« Sie konnte nur seine Umrisse ausmachen und wünschte sich für einen Moment, doch das Licht einzuschalten, um ihn nicht nur spüren, sondern auch sehen zu können. Aber sie tat es nicht.
   »Ich mache nichts, was du nicht willst.«
   »Ich weiß …«
   »Aber?«
   »Das ist alles so neu für mich. Und aufregend.«
   »Wovor hast du Angst?«
   Sie schluckte. »Na ja, vielleicht ein bisschen davor, dass du zu viel von mir erwartest und hinterher enttäuscht bist.«
   Er legte einen Finger an ihre Lippen. »Ich werde bestimmt nicht enttäuscht sein.«
   Sie schluckte wieder, aber der Kloß im Hals wollte nicht verschwinden.
   »Du machst dir zu viele Gedanken. Lass dich einfach fallen.« Sanft schob er mit dem Mund ihre Lippen auseinander und berührte ihre Zungenspitze mit seiner. In ihrem Unterleib brachen kleine Erdbeben aus. Die Hitze wurde unerträglich. Stöhnend erwiderte sie seine Küsse, die immer fordernder ausfielen. Zitternd vor Erregung strich sie über seine Schultern und seinen Rücken. Die Berührung brachte ihre letzte Barriere zum Einsturz. Um ihm zu signalisieren, dass sie diesmal wirklich bereit war, schlang sie die Beine um seine Hüften und wand sich ihm entgegen. Nach kurzem Zögern drang er vorsichtig in sie ein. Lauren blieb fast die Luft weg, aber nicht vor Schmerz, der war nur nebensächlich und so minimal, dass sie es kaum fassen konnte, sondern vor Ergriffenheit und dem überwältigenden Gefühl der Zuneigung, die sie in diesem Augenblick für Ben empfand. Sekundenlang hielten sie sich reglos umschlungen und sahen sich an. Obwohl sie seine Gesichtszüge nicht erkennen konnte, wusste sie, dass er in diesem Moment genauso empfand wie sie. Sie gehörten zusammen. Für immer.
   »Alles okay?«
   »Ja … ja …«, erwiderte sie lächelnd und fuhr mit gespreizten Fingern durch sein Haar.
   »Du fühlst dich gut an«, raunte er ihr ins Ohr. »Und sexy.« Dann begann er, sich sachte zu bewegen.
   Lauren schloss die Augen und stieß einen wohligen Seufzer aus. Tausend neue Empfindungen wirkten gleichzeitig auf sie ein. Empfindungen, die sie nie für möglich gehalten hatte. Und nie mehr missen wollte. Warum hatte sie nur so lange damit gewartet, fragte sie sich verwirrt und drängte sich ihm entgegen. Sie wollte sich nie wieder von ihm lösen und jede Sekunde dieser Intimität auskosten. Unbewusst drückte sie die Finger in seine Schultern und krallte sich an ihm fest. Seine Bewegungen wurden schneller, schaukelten Laurens Sinne hoch und versetzten sie in einen prickelnden Rauschzustand. Hör nicht auf, Ben. Hör bloß nicht auf! Sie passte sich seinem Rhythmus an. Erwiderte seine Küsse sehnsüchtig. Und merkte, dass er dem Höhepunkt schon ziemlich nahe war.
   »Warte!«, stieß er keuchend hervor, worauf sie widerwillig innehielt.
   »Warum?« Zwischen ihren Beinen pulsierte es heftig.
   »Weil ich gemeinsam mit dir kommen will.«
   Törichterweise errötete sie schon wieder. »Und … wie lange willst du warten?«
   »Das bestimmst du.«
   »Ich?« Ihr wurde ganz heiß, als seine Hand über ihren Bauch strich und dann tiefer glitt. O Gott, was tat er da? Gekonnt entfachte er ein neues Feuer in ihrem Schoß, das sich nicht so einfach löschen ließ und sich in Windeseile ausbreitete. »Ben«, murmelte sie heiser, »ich glaube, ich kann nicht mehr länger warten.«
   »Okay, dann …«
   »Ja …« Lauren wusste nicht, wie sie die Explosion beschreiben sollte, die sie erlöste und erschöpfte zugleich. Fassungslos schloss sie die Augen und warf den Kopf zurück, lauschte ihrem Herzschlag und schwelgte in absoluter Verzückung. Ben, ebenso erschöpft, sank außer Atem auf sie nieder. Sein Körper fühlte sich jetzt schwer an, aber das machte nichts. Sie genoss das Gefühl, ihm so nahe zu sein.
   Ich glaube, ich liebe ihn.
   Eine Weile blieben sie eng umschlungen liegen, dann richtete sich Ben ein wenig auf.
   »Ich glaube, wir müssen uns jetzt trennen«, murmelte er.
   »Was?«, fragte sie erschrocken.
   »Ich meine jetzt. Hier. Verstehst du? Damit nichts ausläuft, wenn …«
   »Oh, ja, ich verstehe«, unterbrach sie ihn verlegen.
   »In meiner Hose habe ich eine Packung Taschentücher.«
   »Ähm, okay …« Im Dunkeln tastete sie nach seiner Jeans und fand die Taschentücher in der hinteren Hosentasche. Sie reichte sie ihm und zog die Bettdecke bis zum Kinn hoch. Plötzlich spürte sie Tränen in den Augen. Bloß nicht heulen! Was würde er denn von ihr denken? Aber es war so unbeschreiblich schön gewesen. Sie wusste jetzt, dass sie ihm voll vertrauen konnte. Sie gehörten zusammen, Ben und sie.
   Er legte sich neben sie und griff nach ihrer Hand. Die Berührung wirkte harmlos und löste doch eine Reihe von Glücksgefühlen aus. Sie wollte ihm immer nahe sein, wollte ihn spüren, sehen, riechen, schmecken und mit ihm schlafen.
   Ich liebe dich wirklich!
   Aber sie sagte es nicht, weil Jungs Angst vor diesen Worten hatten. Seufzend schmiegte sie sich an ihn und lächelte in die Dunkelheit. Allmählich drangen die Geräusche rundherum wieder in ihr Bewusstsein und ihr wurde klar, dass sie sich nicht nur in einem fremden Zimmer, sondern auch in einem fremden Haus befand, das zudem noch voller Menschen war. »Ben?«
   »Hm?«
   »Ich wusste nicht … dass es sich so gut anfühlen würde.«
   Er wandte sich ihr zu, stützte sich auf den Ellbogen und fuhr mit der Fingerspitze vom Hals abwärts bis zu ihrem Nabel. Ihre Haut prickelte.
   »Ich … also, das können wir gern wiederholen …«
   »Sicher. Gib mir zehn Minuten.«
   Sie lachte. »Doch nicht jetzt! Sobald sich wieder die Gelegenheit dazu ergibt.«
   »Schade. Ich schlafe wirklich gern mit dir.«
   Ihre Knie wurden weich. »Ich auch mit dir.« Sie ergriff die Initiative und küsste ihn.
   »Wow, wenn du so weitermachst, brauche ich nicht mal zehn Minu…«
   Lautes Klopfen an der Tür ließ Ben verstummen. Lauren setzte sich erschrocken auf. Ihr Schwebezustand verflüchtigte sich. Das Haus war voller Leute! Und alle wussten, was sie hier drin machten!
   »Vielleicht sollten wir wieder runtergehen, bevor jemand merkt, dass wir fehlen?«, schlug sie vor.
   »Hab eigentlich keine Lust dazu.«
   »Ich auch nicht, aber …«, sie tastete auf dem Nachtkästchen nach einer Lampe und knipste sie an, »… vielleicht können wir ja später noch mal …« Als sie sich ihm wieder zuwandte, erstarrte sie. »Was … ich verstehe nicht …« Nein, o Gott, nein! Das musste ein Traum sein! Der Typ neben ihr mit den haselnussbraunen Augen und den wuscheligen, dunkelbraunen Haaren war … nicht Ben! Was? Mit einem Aufschrei riss sie die Bettdecke an sich und rutschte fluchtartig von ihm weg. Dabei übersah sie das Ende des Bettes und plumpste unsanft auf den Boden. Sie verhedderte sich in der Decke, strampelte sich mühsam frei und rappelte sich umständlich auf. Der Typ, mit dem sie eben geschlafen hatte, sah ihr grinsend zu.
   »Was wird das, wenn‘s fertig ist?«, fragte er belustigt und rutschte zur Bettkante vor.
   Mit bitterer Miene sah sie zu ihm hoch. »Ich muss träumen. Ja, genau, ich träume nur«, murmelte sie und kniff die Augen zu. »Wenn ich jetzt bis drei zähle und die Augen aufmache …«
   »Wird sich nichts an dem Bild ändern«, vollendete er den Satz für sie. Ihre Lider flatterten. Verwirrt und geschockt zugleich schüttelte sie den Kopf. Das konnte doch nicht wahr sein! Sie befand sich mitten in einem Albtraum!
   »Wie heißt du?«
   »Ich … Lauren, aber, o Gott, was habe ich getan? Was habe ich nur getan?«
   »Nichts, was dir nicht gefallen hat!«
   »Halt bloß die Klappe!«
   »Vorhin warst du aber nicht so garstig.«
   »Du sollst …«
   Energisches Klopfen an der Tür ließ sie verstummen. »Lauren? Bist du da drin?«
   Ihr Herzschlag setzte beinahe aus. Das war Bens Stimme! Ben stand da draußen und … O nein! Nein! Ben! Er suchte sie! Eiseskälte drang bis in ihre Knochen. Sie fühlte sich elender als je zuvor und verstand gar nichts mehr. Sie hatte mit einem Fremden geschlafen! O Gott, sie hatte mit einem Fremden geschlafen! Wie konnte das nur passieren?
   »Lauren? Bist du da drin?«
   Was sollte sie tun? Antworten? Sich ruhig verhalten? Das konnte nur ein Albtraum sein! Zitternd presste sie die Hand auf den Mund und blickte den Typ im Bett flehend an.
   Verrat mich nicht, bitte, verrat mich bloß nicht!
   Er verstand und rief in verärgertem Ton: »Verpiss dich! Hier ist schon besetzt!« Sie hielt den Atem an und wartete.
   Bitte, geh weg. Geh weg, Ben. Bitte.
   Keinesfalls konnte sie ihm so unter die Augen treten. Meine Güte, wie sollte sie ihm das alles nur erklären, wo sie es doch selbst nicht kapierte?
   »Lauren?«, hörte sie Ben wieder rufen.
   »Verpiss dich endlich! Hier ist keine Lauren«, gab der Kerl im Bett laut zurück. Die Bettdecke um sich schlingend, stand sie auf. Wenn Ben herausfand, was los war … nicht auszudenken. Was sollte sie bloß tun? Aber er gab nicht auf. Ging nicht weg.
   »Sorry, ich suche meine Freundin. Hast du sie vielleicht gesehen? Groß, schlank, lange rote Haare, grüne Augen, Sommersprossen?«
   O Ben, Ben, bitte geh.
   »Hey, die Beschreibung passt tatsächlich auf dich«, bemerkte der Typ im Bett trocken.
   Sobald die Sache hier ausgestanden war, würde sie ihn umbringen! Mit bloßen Händen!
   Ich töte dich! Und dann … dann springe ich aus dem Fenster!
   »Ich warne dich …«, zischte sie, worauf er belustigt mit den Schultern zuckte.
   »Nein, hab ich nicht«, rief er. »Hau ab jetzt, du störst!«
   Mit geschlossenen Augen lehnte sie sich an den Kleiderschrank. Sie fühlte sich völlig kraftlos.
   »Ich verstehe nicht, was du hast. War doch ganz nett. Zumindest für mich. Obwohl du auch ganz schön abgegangen bist. Eine Jungfrau hatte ich übrigens noch nie. Sozusagen war das für mich auch ein erstes Mal. Aber, wenn du mich nicht darauf hingewiesen hättest, hätte ich es nicht gemerkt. Du warst ziemlich in Rage und hast mir sogar den Rücken zerkratzt.«
   Tränen der Wut und Scham schossen ihr in die Augen. »Wieso hast du nichts gesagt … wieso hast du …«, stammelte sie, worauf er aufstand und zu ihr ging. Nackt, wie er war. Sie wandte sich ab.
   »Warum so schüchtern? Grade eben hat dir mein Körper noch gefallen. Na ja, zumindest ein gewisser Teil davon«, meinte er süffisant.
   Das reichte! »Wieso hast du die Sache nicht aufgeklärt?«
   »Warum hätte ich mir diese Chance entgehen lassen sollen? Du bist mir ja praktisch in den Schoß gefallen.« Er stemmte seine Hände links und rechts von ihrem Kopf gegen die Schranktür. »Hey, ich habe mich nur hier versteckt, um meiner Ex zu entkommen. Ich konnte doch nicht ahnen, dass du plötzlich hereinschneist und mich verführst.«
   »Ich hab dich nicht verführt!«
   »Außerdem bist du auch auf deine Kosten gekommen, oder? Nenn mir also nur einen Grund, warum ich diese Gelegenheit nicht hätte nutzen sollen?«
   Lauren konnte nicht fassen, was sie da hörte.
   »Weil es mein erstes Mal mit meinem Freund gewesen wäre«, stieß sie mit zittriger Stimme hervor. »Und mein erstes Mal überhaupt! Und weil meine Beziehung jetzt wahrscheinlich kaputtgeht! Und weil … weil … ach, geh doch zum Teufel!«
   Aber er blieb, wo er war, und hielt sie mit seinem Blick fest.
   »Was soll das?« Sie wurde rot und hasste sich dafür.
   »Nichts«, erwiderte er ruhig, »ich schau dich nur an. Macht dich das nervös?«
   »Du hast doch nicht mehr alle Tassen im Schrank!«
   »Ich würde dich jetzt zu gern küssen und bei Licht wiederholen, was wir vorhin im Dunkeln getrieben haben.«
   Zu ihrer Bestürzung begann es in ihrem Bauch verdächtig zu kribbeln.
   »Du … du …«, stotterte sie, duckte sich unter seinem Arm hindurch und hob ihre Kleider auf. »Dreh dich um, ich will mich anziehen. Und spar dir deine bescheuerten Bemerkungen!« Zu ihrer Erleichterung gehorchte er. Schnell schlüpfte sie in ihre Sachen und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Die Bettdecke ließ sie an Ort und Stelle am Boden liegen und ging, ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen, zur Tür.
   »Hey, warte!«
   Sie blieb mit dem Rücken zu ihm stehen.
   »Ich werde es niemandem sagen, okay. Ich meine, das, was da zwischen uns passiert ist.«
   Sie presste die Lippen zusammen und schluckte.
   »Und noch was, auch wenn du es vielleicht nicht hören willst: Es war echt schön mit dir.«
   Die Worte gaben ihr den Rest. Sie rannte aus dem Zimmer, vorbei an den glücklichen Pärchen und den betrunkenen Jungs, vorbei an den tanzenden Mädchen und vorbei an Ben, der ihr verwirrt nachsah, als sie hinaus auf den Parkplatz und über die Wiese lief, wo sie schluchzend zu Boden sank.

***

»Und du weißt nicht mal seinen Namen?«
   »Nein.«
   »Ist ja krass!«
   Lauren schlenderte neben ihrer besten Freundin Ina über den Schulhof und sah sich suchend um. Es war noch früh an diesem Montagmorgen, zu früh, doch Lauren wollte Ben abpassen, um mit ihm zu reden. Nachdem sie ihm am Samstagabend schweren Herzens und voller Scham alles gebeichtet hatte, war er kommentarlos abgehauen und hatte sie allein in der Dunkelheit zurückgelassen. Es hatte ihn nicht interessiert, dass es ihr leidtat, dass sie es nicht erklären konnte, dass sie am Boden zerstört war. Eines von den wenigen noch nüchternen Mädchen hatte sie irgendwann nach Hause gefahren. Dort hatte sie lange geduscht und ihre Haut geschrubbt, bis sie ganz rot war, um alle seine Spuren zu entfernen. Danach hatte sie sich in ihr Bett verkrochen und bis in die Morgenstunden geheult. Am Sonntag hatte sie Ben angerufen, ihm eine SMS geschickt und versucht, ihn über Facebook, MSN und Skype zu erreichen, doch er hatte sie überall blockiert. War das zu fassen? Sie war sogar zu ihm nach Hause gefahren, doch seine Mutter hatte ihr mitgeteilt, dass er mit Eileen unterwegs war.
   Ausgerechnet mit Eileen! Die hatte schon lange ein Auge auf ihn geworfen.
   »Ich habe versucht, es Ben zu erklären, aber er hat nicht zugehört. Er war so außer sich … so habe ich ihn noch nie gesehen«, erzählte Lauren, worauf Ina ihr tröstend den Arm um die Schulter legte.
   »O Mann, das tut mir so leid.«
   Lauren nickte mit Tränen in den Augen. »Mir auch. Aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Heute Morgen hat er per SMS mit mir Schluss gemacht und gesagt, ich soll ins Bett hüpfen, mit wem ich will, nur nicht mit ihm.«
   Ina schüttelte betroffen den Kopf und krauste die Stirn. Dabei rutschte ihr die Brille von der Nase. Automatisch schob sie sie mit dem Mittelfinger wieder an den richtigen Platz zurück. »Mann, das ist echt krass.«
   Sie blieben am Treppenaufgang zum Schultor stehen. So konnten sie Ben gleich sehen, wenn er ankam.
   »Ich will ja nicht in der Wunde bohren, aber, du hast wirklich keinen blassen Schimmer, wer der Typ ist?«
   »Nein«, antwortete Lauren niedergeschlagen. »Ich weiß nur, dass ich ihn töten werde. Für das, was er mir angetan hat …«
   »Hm. Aber, sorry, dass ich das frage, du hast vorhin gesagt, dass er zärtlich war und … dass du einen Orgasmus hattest.«
   Lauren schnaubte verächtlich. »Ja! Aber ich habe mich doch nur fallen lassen, weil ich dachte, es wäre Ben! Wie konnte ich denn ahnen …«
   »Das konntest du nicht. Es war dunkel. Ihr habt geflüstert. Du hast ihm gesagt, was Sache ist, er hat die Situation nicht aufgeklärt, sondern schamlos ausgenutzt. Dich trifft keine Schuld. Ben sollte das besser einsehen, sonst verpasse ich ihm einen Tritt in den Arsch!«
   Lauren seufzte.
   »Aber, sorry, dass ich da nachhake, wie … ich meine, wie bist du zum Orgasmus gekommen? Doch nicht einfach so, oder?«
   »Ina!«
   »Tut mir leid, aber das klingt so aufregend. Irgendwie beneide ich dich. Verrätst du es mir?«
   »Ich fasse es nicht! Und so was nennt sich beste Freundin!«
   »Das bin ich ja auch. Also …«
   »Hörst du dann endlich mit deinem Verhör auf?«
   »Versprochen.«
   »Also gut, er hat mit seiner Hand nachgeholfen.«
   Ina stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. »Was, das ist alles? Nichts Spektakuläres?«
   »Tut mir leid, wenn ich dir nichts Besseres bieten kann. Und jetzt ist Schluss mit diesem Thema, sonst muss ich kotzen.«
   »Aber, du musst zugeben, dass das irre krass ist. Nicht einmal Celine hatte einen Orgasmus beim ersten Mal, dabei ist sie schon ein halbes Jahr mit Leon zusammen und nicht gerade prüde.«
   »Ina!«
   »Ja, aber …«
   »Ich warne dich!«
   »Okay, gut, aber du hattest beim ersten Mal einen echten Orgasmus! Mann, Lauren, ich hab noch nie gehört, dass sich ein Junge beim Sex Gedanken darüber macht, ob das Mädchen auch zum Zug kommt. Das ist … sensationell. Das haut mich aus den Socken. Ich will auch so einen Freund haben.«
   »Hör jetzt sofort auf.«
   »Wie war er denn gebaut, untenrum, meine ich …«
   »Du kannst nicht meine Freundin sein, sonst würdest du nicht …«
   »Tut mir leid, sorry, ich halt schon die Klappe.«
   Die ersten Schüler trotteten über den Hof. Ben war auch dabei.
   »Da ist er«, murmelte Lauren und trat nervös von einem Fuß auf den anderen. »Wie sehe ich aus?«
   »Blass und verweint.«
   »O nein …«
   »Hey, das ist gut so. Er soll nur sehen, was er dir angetan hat.«
   Laurens Mut sank, als Eileen auf Ben zulief und ihn zur Begrüßung umarmte. Er lachte und zog sie eng an sich. Lauren verspürte einen Stich in der Brust, der ihr kurz das Atmen erschwerte.
   »Das tut er nur, um dir eins auszuwischen. Ich steh dir bei«, flüsterte Ina, dann stand Ben auch schon vor ihnen. Mit Eileen, die blöd grinste.
   »Hi, Laurie.«
   »Sie heißt Lauren, du Dummie«, fauchte Ina, worauf Eileen pikiert den Mund verzog.
   Ben sah sie nicht einmal an und wollte einfach an ihr vorbeigehen, doch Lauren fasste all ihren Mut zusammen und hielt ihn am Arm zurück.
   »Können wir kurz reden?«
   Sein Blick war stechend und voller Ablehnung. »Wozu? Ist doch schon alles gesagt. Lass mich in Ruhe.« Unwirsch schüttelte er ihre Hand ab und ging.
   Eileen trottete wie ein Hündchen hinter ihm her.
   »Hey«, versuchte Ina zu trösten, »das wird schon. Gib ihm Zeit, sich zu beruhigen und versuch es dann noch mal.«
   Lauren schüttelte zweifelnd den Kopf. Sie kannte Ben. Wenn ihm etwas nicht passte, konnte er stur sein.
   »Na komm, wir gehen jetzt da rein und bieten ihm die Stirn. Und wenn er dir blöd kommt, lernt er mich mal richtig kennen!«
   Obwohl Lauren nach Weinen zumute war, lächelte sie Ina zuliebe. Vielleicht behielt sie ja recht und es wurde wirklich alles gut?

***

Lauren ertappte sich immer wieder dabei, wie sie zu Ben und Eileen zurückschaute, die mit seinem Freund Kai den Platz getauscht hatte und jetzt neben ihm saß. Die beiden amüsierten sich offensichtlich prächtig und flüsterten jedes Mal miteinander, wenn sie Laurens Blicke entdeckten.
   Nur mühsam konnte sie die Tränen unterdrücken. Unfassbar, dass für ihn vier Monate Beziehung einfach so vergessen waren.
   Nach einer Woche wurde ihr klar, dass sie Ben nicht aufgeben wollte, es aber nicht schaffen würde, ihn zurückzugewinnen, wenn sie sich nichts Spezielles einfallen ließ. Eileen fuhr ihre Krallen immer weiter aus und zog Ben unweigerlich Stück für Stück in ihren Bann. Sie musste etwas unternehmen. Aber was?
   An diesem Morgen stand sie ohne Ina draußen auf dem Schulparkplatz und wartete auf ihn. Vielleicht würde er mit ihr sprechen, wenn sie allein war?
   Zwanzig Minuten später fuhr Kai auf den Platz und Ben stieg lachend aus dem aufgemotzten Chevy seines Freundes. Er sah sie schon von Weitem und setzte die übliche beleidigte Miene auf, die er neuerdings immer zur Schau trug, wenn er ihr begegnete.
   »Ben?«, rief Lauren unsicher.
   Kai winkte ihr lächelnd zu. Ben blieb stehen und sah sie mit seinen tollen blauen Augen abwartend an. Laurens Herz begann wild zu hämmern. Ihre Hände wurden feucht.
   »Ben, ich …«
   »Komm zur Sache, ich hab’s eilig.« Seine Stimme klang so eisig, dass sie alles vergaß, was sie sich zurechtgelegt hatte.
   »Ich … ich will nicht, dass es zwischen uns aus ist …«, stammelte sie und spürte schon wieder Tränen in den Augen brennen.
   »Tja«, erwiderte er gelassen, »daran musst du dich wohl gewöhnen.«
   »Ben, bitte …«
   »Geh doch zu dem Kerl, der dich entjungfert hat!«
   Die Worte trafen sie mitten ins Herz. Wie konnte er so etwas Gemeines sagen?
   »Geht es dir denn nur darum, dass mich ein anderer entjungfert hat?«, fragte sie bitter.
   »Hey, spiel das jetzt nicht runter, okay. Ich hätte das tun sollen! Ich, als dein Freund, und nicht irgendein Kerl, den du nicht mal kennst.«
   »Aber ich …« Ihr fehlten die Worte.
   »Eileen wartet. Und im Gegensatz zu dir tut sie das gern. Egal, in welcher Situation.«
   Sie sah ihm nach, wie er lässig über den Schulhof schlenderte, als gäbe es nichts, was ihn bedrückte.

***

»Ich habe eine Idee«, verkündete Ina ein paar Tage später in der großen Pause.
   Lauren musterte sie wenig begeistert und drehte einen Apfel in der Hand hin und her. Seit Tagen hatte sie keinen Appetit mehr, aber ihre Mutter bestand jeden Morgen darauf, dass sie etwas aß. Deshalb hatte sie heute einen Apfel eingepackt, den sie jetzt aber nicht hinunterbrachte.
   »Hör zu. Also, dieser Typ von der Party ist ja für deinen Schlamassel verantwortlich, richtig?«
   Lauren nickte.
   »Gut. Dann gehen wir diesen Mistkerl besuchen und zwingen ihn, Ben alles zu erklären, schließlich hat er dich da reingeritten.«
   »Abgesehen davon, dass das eine sehr miese Idee ist – wie soll ich ihn finden? Ich weiß ja nicht einmal, wie er heißt.«
   »Erstens, die Idee ist super. Zweitens, wer hat die Party veranstaltet?«
   »Keine Ahnung. Irgendein Freund von Ben …«
   »Gut, okay, keine Panik. Nachdenken.« Ina kaute grübelnd auf ihrer Unterlippe herum. »Würdest du das Haus wiederfinden?«
   »Ich denke schon.«
   »Sehr gut. Dann fahren wir heute nach der Schule dorthin und beginnen mit unseren Nachforschungen.«
   »Das ist doch nicht dein Ernst?«
   »Klar. Ich weiß zwar nicht, wie weit wir kommen, aber du kannst den Typen ja beschreiben und …«
   »Es gibt viele Kerle, die so aussehen. Es war nichts Besonderes an ihm.«
   »Außer, dass er dir einen Höhepunkt beschert hat.« Ina hielt erschrocken die Luft an, als ihr klar wurde, was ihr da eben herausgerutscht war. »Tut mir leid. Ich … o Mann, Lauren, ich will, dass alles wieder in Ordnung kommt zwischen dir und Ben. Und ich will meine alte Lauren wieder zurück.«
   Sie umarmten sich.
   »Danke, dass du für mich da bist. Ohne dich hätte ich längst den Boden unter den Füßen verloren.«
   »Das kriegen wir schon hin. Weißt du was? Wir schwänzen die letzte Stunde und fahren mit dem dreizehn Uhr Bus zu diesem Haus.«
   »Aber … da haben wir Musikunterricht und müssen einen Test schreiben.«
   »Ach was, wer braucht schon Musik? Scheiß drauf.«

***

Als sie aus dem Bus stiegen, wurde Lauren noch mulmiger zumute, als ihr ohnehin schon war, seit sie sich aus dem Schulgebäude geschlichen hatten und zur Bushaltestelle gelaufen waren.
   »Wohin?«, fragte Ina ungeduldig und sah sich orientierungslos um.
   »Warte! Ich glaube … in diese Richtung. Es war ein großes Haus mit einem angebauten Wintergarten. Und rund um das Grundstück wächst eine hohe Hecke.«
   »Wow, klingt nach Geld.«
   »So sah es auch innen aus. Viel Platz, viele Zimmer, viele Möbel, viele Bilder, ein riesiges Badezimmer … ja, hier entlang. Ich glaube, das da drüben ist es.«
   »Wow, ein beeindruckendes Anwesen. Sag mal, kannst du dich nicht mit dem Gastgeber anfreunden? Vielleicht hat der noch einen Bruder oder so.« Ina kicherte, aber Lauren war absolut nicht nach Lachen zumute.
   Je näher sie dem Haus kamen, desto langsamer wurden ihre Schritte. Das Gartentor stand offen.
   Ina betrat das Grundstück ungeniert. »Bist du sicher, dass wir hier richtig sind? Da auf dem Namensschild steht Maison. Was ist denn das für ein seltsamer Name?«
   »Keine Ahnung. Lass uns einfach wieder gehen …«
   »Nichts da!« Ina klingelte, bevor Lauren die Flucht ergreifen konnte.
   »Und wenn ich ihn nicht gut genug beschreiben kann? Dann mache ich mich lächerlich. O Ina, ich hätte nicht auf dich hören sollen.«
   »Papperlapapp!« Sie klingelte noch einmal, dann endlich wurden Schritte hinter der Tür laut. Lauren ballte nervös die Fäuste. Die Tür öffnete sich und … sie schnappte ungläubig nach Luft. Haselnussbraune Augen, dunkelbraunes, wuscheliges Haar, selbstgefälliges Grinsen … nein, o nein!
   »Das ist ja eine Überraschung«, stieß der Typ verblüfft hervor und musterte Lauren von oben bis unten. Errötend versteckte sie sich hinter Ina.
   »Das ist er«, flüsterte sie.
   Ina starrte ihn perplex an und lächelte irritiert. »Wow … ich meine … du bist das also?«
   »Ich bin wer?«, fragte er und schob lässig die Hände in die Hosentaschen.
   »Du … also, du bist …«, stammelte Ina, offenbar überrascht, wie gut er aussah.
   »Noel«, ergänzte er ungeduldig.
   »Noel? Wo kommt der Name her?«
   »Aus Frankreich. Und wie heißt du?«
   »Äh, Ina. Und Lauren kennst du ja schon …«
   Sie rückte zur Seite, sodass Lauren ungeschützt vor ihm stand.
   »Ja«, bemerkte er süffisant, »wir kennen uns schon.«
   Lauren errötete bis unter die Haarwurzeln und fixierte den Fußabstreifer, um ihm nicht in die Augen sehen zu müssen.
   Wieso passierte ihr so was? Sie fasste es nicht!
   »Du bist also Franzose?«, hakte Ina nach, worauf Lauren ihr einen wütenden Blick zuwarf.
   Sie waren doch nicht hier, um zu plaudern!
   »Kann man so sagen, ja. Meine gesamte Familie zog von Paris hier her, als ich zwei Jahre alt war.«
   Laurens Wangen brannten. Warum starrte der Idiot sie so an?
   »Aha. Okay. Also, der Grund, warum wir hier sind …«
   »Moment mal«, unterbrach Noel sie und drehte sich um. »Charlene, Zeit zu gehen. Deine Nachfolgerin ist da«, rief er.
   Lauren schnappte nach Luft. Wie bitte? Eine zierliche Brünette in einem schwarzen Minikleid erschien an der Tür und bedachte Noel mit einem zornigen Blick.
   »Au revoir!«, sagte er, worauf das Mädchen Lauren ansah, als wollte es ihr die Augen auskratzen. Dann schleuderte es Noel eine Beleidigung an den Kopf und verließ fluchtartig das Grundstück.
   »Was war das grade eben?«, fragte Ina verwirrt, aber Noel zuckte nur mit den Schultern. »Meine Ex«, erklärte er an Lauren gewandt. »Verfolgt mich auf Schritt und Tritt und will einfach nicht kapieren, dass es aus ist. Ich bin schon mal vor ihr geflohen, vor zwei Wochen, als du auf meiner Party warst. Du erinnerst dich doch, oder? Das war, als wir beide uns begegnet sind und du dein unvergessliches erstes Mal erlebt hast.«
   Ina klappte die Kinnlade hinunter.
   Lauren wollte auf der Stelle im Erdboden versinken. Wieso war sie nur hergekommen? Diese Demütigung hätte sie sich sparen können.
   »Weißt du was?«, fuhr Ina ihn unbeherrscht an. »Du bist ein blödes Arschloch in der Hülle eines Adonis. Komm, Lauren, wir gehen. Auf seine Hilfe kannst du verzichten!«
   »Hast du eben Adonis gesagt?«, fragte Lauren entsetzt.
   »Ja, hab ich. Er sieht aber auch zum Anbeißen aus. Das ist die Wahrheit, auch wenn du mich dafür hasst.«
   »He, Moment mal! Wartet!«
   Sie ignorierten Noels Rufe und beschleunigten ihre Schritte. Er folgte ihnen und wiederholte seine Aufforderung, überholte sie schließlich, als sie wieder nicht reagierten, und machte das Gartentor zu. Dann verschränkte er die Arme vor der Brust und lehnte sich dagegen.
   »Wie kindisch bist du denn drauf? Geh zur Seite«, befahl Ina, aber er rührte sich nicht.
   »Zuerst will ich wissen, wobei ihr meine Hilfe benötigt.«
   Lauren trat wütend auf ihn zu. Du willst wissen, warum ich hier bin? Okay, dann hör mal gut zu, dachte sie und legte los. »Was glaubst du denn, wobei ich deine Hilfe brauchen könnte?«
   Sein Lächeln schwand.
   Lauren fuhr mühsam beherrscht fort. »Ja, genau! Du wirst diese Sache, die da zwischen uns passiert ist, aufklären und meinem Freund … falsch, dank dir, meinem Exfreund, sagen, dass du mich reingelegt und absichtlich im Glauben gelassen hast, du wärst er und …«
   »… dass du den Sex mit mir genossen hast?«, unterbrach er sie gereizt. »Dass es dir so gut gefallen hat, dass du dich am liebsten gar nicht mehr von mir trennen wolltest? Oder, dass du mir den besten Orgasmus zu verdanken hast, den du je in deinem Leben haben wirst?«
   Lauren blinzelte, um die Tränen zurückzuhalten. Sie konnte nicht glauben, dass derselbe Typ vor ihr stand, mit dem sie geschlafen hatte. Der so zärtlich und geduldig gewesen war. Der ihr Blut zum Kochen gebracht hatte. Und ihr Vertrauen gewonnen hatte. O Gott, nein!
   »Stimmt doch, oder?«, beharrte er verärgert.
   Als ob er Grund dazu gehabt hätte. Lauren riss der Faden. Was glaubte dieses arrogante Arschloch, wen er vor sich hatte? Mit erhobenen Fäusten ging sie auf ihn los. Aber er reagierte schnell und hielt schon nach dem zweiten Treffer ihre Hände fest. Sekundenlang starrten sie sich herausfordernd an, dann beugte er sich plötzlich vor und küsste sie. Lauren war so überrascht, dass sie nichts tun konnte. Offensichtlich fasste er dies als Zustimmung ihrerseits auf, denn er zog sie mit einem Ruck an sich, schob eine Hand in ihr Haar und teilte ihren Mund mit seiner Zunge. Vertraute Gefühle erwachten in Laurens Unterleib, die ihre Beine in Pudding verwandelten. Sein Atem streifte ihre Haut, sein herber Duft stieg ihr in die Nase. Bilder erschienen vor ihrem inneren Auge. Bilder, die sie beide in einem Bett zeigten, nackt, schweißüberströmt, eng umschlungen.
   Nein! Das war falsch!
   Zitternd wich sie zurück und presste eine Hand auf ihren prickelnden Mund. Einen Moment lang sahen sie sich schweigend an, dann umfasste Ina schützend ihre Taille und zog sie von ihm fort. Lauren spürte Tränen der Hilflosigkeit in den Augen brennen.
   »Du bist echt das Allerletzte, Noel Maison! Du hast Laurens Irrtum schamlos ausgenutzt und damit ihre Beziehung kaputt gemacht. Jetzt bist du zu feige, um das wieder geradezubiegen.«
   Noel stemmte die Hände in die Hüften und blickte stumm zu Boden.
   »Ben war ihr erster richtiger Freund«, sprach Ina weiter, »du weißt doch, wie so was ist? Die erste Liebe. Schmetterlinge im Bauch.«
   Er zeigte keine Reaktion.
   »Aber jetzt ist Ben wegen der Sache so sauer auf sie, dass er sie nicht mal ansieht und ihre Erklärungen interessieren ihn nicht die Bohne.«
   Endlich sah er auf. Sein Blick war verkniffen.
   »Hör mal. Lauren isst kaum noch und schlafen kann sie auch nicht. Ihre Noten verschlechtern sich und … du musst das aufklären. Schließlich hast du Schuld an diesem Desaster«, schoss Ina noch hinterher.
   Flüchtig sah er Lauren an, schwieg aber immer noch.
   Was hatte das alles noch für einen Sinn? Es war doch sowieso schon zu spät.
   »Komm, wir gehen, das …«, sagte sie an Ina gewandt.
   »Warte!«
   Sie sahen ihn gleichzeitig an, aber seine Augen fixierten nur Lauren. Verstohlen wischte sie sich mit dem Handrücken über die feuchten Wangen und hielt seinem Blick trotzig stand.
   »Ich soll also allen Ernstes deinem Kerl erzählen, dass dein Ausrutscher meine Schuld ist?«
   Lauren beantwortete seine Frage mit eisigem Schweigen. Es hatte keinen Sinn, sich auf endlose Diskussionen mit ihm einzulassen, wer Schuld an dem ganzen Chaos hatte. Wenn sie das Licht angemacht hätte, wenn sie Ben gefragt hätte, in welchem Zimmer er auf sie wartete, wenn sie … sie sollte aufhören, es war zu spät.
   »Okay, ich mach’s«, presste Noel zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und ging ohne ein weiteres Wort mit grimmiger Miene zum Haus zurück.



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